1. März 1979 Bo Diddley

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1. März 1979 Bo Diddley
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Ort Metropol
Uhrzeit 20:00 Uhr
Eintrittspreis AK 16,-DM / VVK 14,-DM
Veranstalter Albatros

Erinnerung

Nach grandiosen Auftritten von Chuck Berry im Roxy und Jerry Lee Lewis in der Eissporthalle kam eine weitere Legende des Rock’n’Roll nach Berlin. Bo Diddley, gecovert von den Stones und von Quicksilver Messenger Service und grandios besungen in einer der schönsten Huldigungen der Rockgeschichte, dem fast 6-minütigen Song „The Story of Bo Diddley“ von Eric Burdon und den Animals.

Mit Songs wie „Bo Diddley‘s a Gunslinger“ hatte er sich das Image eines bösen Jungen zugelegt (Big Bad Bo). Auf der Bühne des Metropols präsentierte sich Bo Diddley jedoch als netter älterer Herr umgeben von netten weißen Jungs im College-Alter, die eher nach Folk als nach Rock’n'Roll aussahen. Schmalztollen und Entenschwänze gab es nur bei der kleinen Gruppe von Teddyboys im nicht sehr zahlreich erschienenen Publikum. Bo Diddley spielte seine alten Hits und die Jungs begleiteten ihn fehlerfrei, zwischendurch erzählte er Witzchen und Anekdoten, womit er auch die durch zweimaliges Saitenreißen entstandenen Pausen überbrückte.

Sein Sound auf der viereckigen, extra für ihn von Gretsch gebauten, Gitarre war in den Fünfzigern neu und revolutionär, aber Ende der Siebziger und 15 Jahre nach Hendrix, klang das längst nicht mehr so wild und ungeschliffen, wie ich es in Erinnerung hatte. Sein berühmter tausendfach geklauter Rhythmus erschien mir auch nicht unbedingt abendfüllend. Aber vielleicht hätte er sich eine andere Begleitcombo mitbringen müssen. Diese netten Jungs von nebenan waren einfach nicht zornig genug. Und vielleicht hätte er auch ein bisschen böser sein müssen. Günter Kaminski am 1. März 2019

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Diskografie