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Zuletzt geändert am 19. Juni 2018 um 16:21

19. Juni 1981 Benefizkonzert Radio Schwarze Ratte

19. Juni 1981 Benefizkonzert Radio Schwarze Ratte
Ort Alte TU Mensa
Bands/Künstler
Puls
Sugar Cane
Slime
Full Moon
Blitz

Erinnerungen

Günter Kaminski (Full Moon) berichtet:

Die Benefiz-Veranstaltung firmierte unter: „Saal-Orgie zur Unterstützung der kriminellen Vereinigungen Radio Schwarze Ratte und Radikal Zeitung für Freiheit und Abenteuer“ und war relativ kurzfristig angesetzt worden. Aktueller Anlass war, soweit ich mich erinnere, eine Polizeiaktion gegen den Piratensender der Hausbesetzer Radio Schwarze Ratte. Ich glaube, wir waren drei Tage vorher angerufen worden und hatten ohne zu Zögern zugesagt, auch wenn es keine Gage gab. Die Konzerte in der der alten TU-Mensa waren immer gut besucht und ein Auftritt dort war schon etwas Besonderes und mit Prestige verbunden.

Nach dem Soundcheck waren wir irgendwo in der Umgebung essen, so daß ich von der ersten Band überhaupt nichts mitgekriegt habe. Bei unserer Rückkehr spielte die zweite Band des Abends Sugar Cane mit dem kubanischen Kontrabassisten Vitico Cruz bereits damals Musik im Stil des 20 Jahre später berühmt gewordenen Buena Vista Social Clubs.

Danach als totaler Kontrast Slime, mir selbst bis dahin unbekannt. Höllisch laute Punkmusik mit deutschen Texten. Dazu tanzten hunderte von ekstatischen Punks Pogo und Hausbesetzer streckten ihre Fäuste in die Luft und grölten, die mir bis auf wenige Wortfetzen völlig unverständlichen Texte, mit.

Unseren Auftritt habe ich als einen unserer besten in Erinnerung behalten. Beim ersten Stück flogen noch Bierbecher auf die Bühne, weil einzelne Slimefans immer noch auf Zugaben ihrer längst entschwundenen Band warteten. Doch ich fand wir spielten unter diesem Druck besonders gut und ab dem dritten Stück hatten wir die Mehrheit des Publikums hinter uns und alles lief bestens.

Blitz hatte an diesem Abend eine kleine Überraschung zu bieten. Für den verhinderten regulären Gitarristen der Band spielte als Ersatz der von mir sehr geschätzte John Thomas von Johnny and the Drivers.

Eine Überraschung gab es auch noch vom Veranstalter. Er drückte uns zum Abschied 200 DM als Aufwandsentschädigung in Hand, womit wir gar nicht gerechnet hatten.