22. Mai 1972 Pop-Festival (Juicy Lucy, Atomic Rooster, Can, Triumvirat)

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22. Mai 1972 Pop-Festival (Juicy Lucy, Atomic Rooster, Can, Triumvirat)
Plakat © unknown
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Ort Waldbühne

Nicht weniger als 36 Bands waren für das Pop Festival 1972 angekündigt, das sich über 4 Tage: 19. Mai, 20. Mai, 21. Mai und 22. Mai erstreckte. Das war der vierte Festivaltag.
Es gab ein gedrucktes Programm (siehe unten). Wir übernehmen hier die Teilnehmer. Vom 19. - 22. sollten vor den namentlich genannten Bands jeweils Bekannte Berliner Bands spielen.


19. Mai (16:00 - 3:00)

Steamhammer, Livin' Blues, Frumpy, Ekseption, Golden Earring, Mythos, Burning Touch

20. Mai (10:00 - 3:30)

Fand wegen des miserablen Wetters im Sportpalast statt.
Heaven, Emergency, Amon Düüll II, Buddy Miles Express, Pacific, Gas & Electric, Brian Auger's Oblivion Express, Nektar, Karthago, Ash Ra Tempel

21. Mai (10:00 - 3:30)

Götterdämmerung, Beggars Opera, Alexis Korner & Peter Thorup, IF, Man, Hawkwind, Home, Chicken Shack, Harris Johns (Solo)

22. Mai (10:00 - 2:00)

Alive and Well, Zarathustra, Blackwater Park, Eiliff, Janus, Juicy Lucy, Can, Atomic Rooster, Cravinkel, Triumvirat.


Erinnerungen

BERLINER POP FESTIVAL ’72

19. - 22. Mai 1972, Waldbühne Berlin


Am 19. Mai 1972 - genau um 16.55 Uhr - eröffnete die englische Rockgruppe STEAMHAMMER mit ihrem ersten Stück das BERLINER POP FESTIVAL ’72 in der Waldbühne.

Die 4-Tage-Dauerkarte kostete nur 20.- DM (10 €). Für diesen legendär billigen Eintrittspreis waren über 40 Bands angekündigt – die zwar nicht alle kamen, aber es reichte für das tollste Festival-Erlebnis meines Lebens. Das orangefarbene Plastikarmband (die „mobile Eintrittskarte“) trug ich noch Wochen später.

Am ersten Tag spielten auch LIVIN’ BLUES (NL) und FRUMPY (Hamburg), mit dem vollen Orgelsound. Es folgten EKSEPTION und GOLDEN EARRING (beide NL), die mit ihrem Rock die Waldbühne in ihren Grundfesten erschütterten („I’m gonna send my pigeons to the sky/Eight miles high“).

Dann begann es zu regnen, die ganze Nacht und den folgenden Sonnabend - und das Festival wurde im Sportpalast fortgesetzt, mit AMON DÜÜL II, EMERGENCY und HEAVEN, gefolgt von PACIFIC GAS & ELECTRIC (USA), sowie BRIAN AUGER’S OBLIVION EXPRESS (GB).

Die Höhepunkte des dritten Tages - wieder zurück in der Waldbühne - waren MAN (GB) und BEGGAR’S OPERA (GB), vor allem aber HAWKWIND (GB) mit „Silver machine“ und „Masters of the universe“; dazu tanzten go-go-girls auf der flackernd bunt oder stroboskopartig erleuchteten Bühne.

Am vierten Tag spielten (neben anderen Gruppen) TRIUMVIRAT, JUICY LUCY und ATOMIC ROOSTER. Den „magischen Abschluss“ bildete jedoch für mich der Auftritt von CAN. Kein Stück ihrer Klanggebilde war kürzer als 10 Minuten. Die langhaarigen Zuhörer standen oder saßen da und wiegten ihre Häupter wie hypnotisiert, der Abend war nur noch ein psychedelischer Ritt auf dem Rhythmus.

Manfred Weiss(im Mai 2013)

Weblinks

Programmheft und Zeitungsartikel



(Quellen: Privatarchiv Manfred Weiss (1-6, 8) und Stefan Walkowiak (7))