3. April 1971 Quatermass, Juicy Lucy, Colosseum

Aus Rockinberlin
Version vom 4. April 2019, 17:30 Uhr von Detlef Lu (Diskussion | Beiträge) (Weblinks erneuert)

(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche
3. April 1971 Quatermass, Juicy Lucy, Colosseum
Archiv Bernd M. Radowicz
Archiv Bernd M. Radowicz
Ort Deutschlandhalle
Eintrittspreis 8,- DM
Veranstalter Schulte-Bahrenberg
Bands/Künstler
Quatermass
Juicy Lucy
Colosseum

Die Jungs von der saftigen Luzie sind in großer Form. Nachdem die schwermütigen Orgelklänge von Quatermass verhallt sind, bringen die Gitarren von Neil Hubbard und Glen Campbell (nicht zu verwechseln mit dem Country-Star) dem Rock das Swingen bei. Und Paul Williams beweist, daß er zur ersten Garde weißer Sänger mit Blues-Feeling zählt. Chris Farlowe von Colosseum ist zwar auch einer von den guten, doch dieser Abend hat seinen Höhepunkt bereits hinter sich.

Erinnerungen

„Am Anfang gab es sogar eine ordentliche Begrüßung des Veranstalters ((!), sowie eine Vorstellung der 1. Gruppe, Quatermass, samt ihren Mitgliedern. Als erstes spielte das orgel-/pianodominierte Trio das (30-Minuten-) Stück Monster in paradise; meist düstere Klänge, aber auch mit sehr rockigen und jazzigen parts. Danach folgte ihre neue Single One blind mice, ein entsprechend schnelleres Stück. Nach Make up your mind und If you know it beendeten Quatermass ihren einstündigen Auftritt.

Auch Juicy Lucy wurden namentlich vorgestellt und auf ihre aktuelle LP Lie Back And Enjoy It hingewiesen; diese kündigten daraufhin ihr erstes Stück Mississippi woman auf deutsch an. Es folgten You keep me wondering, Mr. Skin, If I had posession on judgement day und Prosperous blues; dann (mein Lieblingsstück) das schnell gespielte Who do you love. Mit Hello L.A. Bye bye Birmingham und Willie the pimp - inkl. Schlagzeugsolo - endete der Auftritt. “

Etwas später meinte Chris Farlowe „Hello-hello“ und freute sich, mit Colosseum das erste Mal in Berlin zu spielen…- und das taten sie dann zwei Stunden lang, kein Stück kürzer als 10 Minuten: Lost Angeles, Skelington, Rope ladder to the moon, Tanglewood ’63. Zwischendurch bedankte sich Farlowe beim Publikum, wenn sich die Aufgestandenen wieder setzten, damit auch die Hinteren besser sehen konnten (jaja, man saß, und zwar - auf mitgebrachten Decken - auf dem Boden!): „Thank you, danke schön, vielen Dank“. Überhaupt: Chris Farlowe, einen derartigen Sänger hatte ich noch nie erlebt, stimmgewaltig, dominant, charismatisch – allerdings auf Dauer etwas schwer auszuhalten.

Nach einem 25-minütigen song (The time machine, Jon Hiseman mit 15-minütigem Schlagzeugsolo) und danach Walking in the park (15 min.) folgte die erste Zugabe und damit (jedenfalls für mich) die Krönung, die Valentyne suite (18 min.). Hierbei bleibt mir das großartige Saxophonspiel von Dick Heckstall-Smith auf zwei Instrumenten gleichzeitig unvergesslich.

Es war ein sehr guter Konzertabend mit guten vier (!) Stunden Rock-/Jazz-Rock-Musik.“

Manfred Weiss (im November 2014)


Weblinks

Literatur

  • Micky Moody: Playing with Trumpets: A Rock 'n' Roll Apprenticeship. Verlag Saf Pub, 2006. ISBN 0946719861.