7. August 1982 SFB Rocknacht

Aus Rockinberlin
Wechseln zu: Navigation, Suche
2. SFB Rocknacht
Mit freundlicher Genehmigung von Uwe Behm
Mit freundlicher Genehmigung von Uwe Behm
Ort Waldbühne
Uhrzeit 18:00
Eintrittspreis DM 10,-
Veranstalter concert concept
Bands/Künstler
Neonbabies
Ulla Meinecke & Band
Morgenrot
1.Futurologischer Kongress

Erinnerungen (in der Reihenfolge ihres Auftrittes)

Originaltext aus dem Konzert-Tagebuch (Uwe Behm):

1. Neonbabies

Besetzung: b, dr, git, sax, voc/keyb

Rhythm & Blues-orientierter schräger New-Wave-Rock schnellerer Gangart. Interessant das melodiöse Saxophon, ätzend die Stimme der jüngeren Humpe-Schwester Inga. Zwar halbwegs originelle Texte, aber wenig Talent und Ausdruckskraft beim Singsang. Überbewertete Lokalband. "Moderne Liebe" und "Spaß muss sein".

2. Ulla Meinecke

Besetzung: dr (Chris Evans), b, git, keyb, sax, voc

Ulla mit neuem Gitarristen, Bassisten und langjährigem Profi Christian "Tesich" am Schlagzeug. Musikalisch anspruchsvollste Band des Abends und auch vom Text her sehr sorgfältig, sensibel, wiedererkennungsverdächtig, oft beziehungsorientiert. Sichere, ausdrucksvolle Stimme, die auch langsamere, gefühlsbetonte Passagen ohne Peinlichkeiten bewältigen kann. Aufbauend auf bekannten Rockrhythmen werden die Kompositionen durch Gitarre, Keyboards, Saxophon und dem wunderschön angerissenen Bass sehr abwechslungsreich. Das Tempo wechselt ständig, in jedem Lied gibt es irgendwelche kleinen Improvisationen. Die Band "will's wissen", sprüht vor Spielfreude. Höhepunkte "Ich bin zu fett für's Ballett", "Wenn er wiederkommt" und "Video".

3. Morgenrot

Besetzung: voc, b, dr, git, keyb

Ohne Zweifel der Höhepunkt des Abends. Rock'n Roll pur. Siehe Konzertkritik am 29. Mai 1982 Morgenrot (Auftritt im Quartier Latin)

4. 1.Futurologischer Congress

Besetzung: dr, dr, perc, voc, git, b, keyb, sax, tromb, trump

Sie hatten's schwer, nach Meinecke und Morgenrot. Viele wanderten ab, sie hatten ihre Favoriten gesehen und gehört. Der 1.FC experimentiert. Was vielen angesichts der schon strapazierten Gehörgänge eine etwas zu hohe Anforderung war. Mit teilweise zwölf Musikern. Anfangs war wenig Zusammenhalt im Spiel, die Vielzahl der Instrumente fiel auseinander, bekam keinen gemeinsamen drive. Spätestens bei "Rote Autos - schwarz und weiß" wurde die Rhythmik tragend, fanden Bläser und Gitarren gemeinsame Aufhänger, wurden Funk- und Discofeeling spürbar. Allerdings bleibt weißer Funk eben weißer Funk. Interessant die Standschlagwerke, überflüssig das Gekreische der Frauen. Insgesamt blitzten bloß recht selten die sicherlich raffinierten und überraschenden Gedanken des Experiments durch.