AMIGA

Aus Rockinberlin
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AMIGA (in dieser Großschreibung seit spätestens 1969 mit entsprechendem Logo präsent) war das Musiklabel der DDR (genauer: des staatlichen Tonträgerproduzenten VEB Deutsche Schallplatten Berlin [1]) für den Sektor der Unterhaltungskunst im (leider) weitesten Sinne. Für Freunde der Rock- und Pop-Musik eher irritierend war deren Ausrichtung auch auf den Jazz-, Schlager-, Blues- und Folklore-Bereich. Für die Sparten JAZZ und BLUES wurden später eigene Reihen namens Amiga Jazz und Blues Collection gebildet. Für den Verkauf von LPs galt ein Festpreis von 16,10 DDR-Mark – außer bei Folklore- und Kinderplatten, die es für 12,10 Mark gab. Für Doppelalben, (Quartett-)Singles und Musikkassetten gab es ebenfalls jeweils feste Preise. Auch die Lizenzplatten westlicher Künstler*innen und Bands, die in der DDR erschienen, wurden alle auf AMIGA herausgegeben– in der beschriebenen Genre-Breite und begrenzter Auflagenhöhe. Angeblich soll es dabei auch zu Manipulationen der eigentlich vertraglich abgesicherten Stückzahlen gekommen sein. Insbesondere um die BAP-LP halten sich entsprechende Gerüchte (zu Gunsten der DDR-Fans, zu Lasten von BAP). In der Mangelwirtschaft der DDR bedeutete dies, dass – bei Kenntnis der Anlieferungs-Termine einzelner Schallplatten-Läden – sich weit vor deren Öffnungszeiten Warteschlangen erwartungshungriger Käufer*innen bildeten, die sich dann bei tatsächlicher Ladenöffnung in Windeseile auflösten, weil es doch nur LPs von nicht gewünschter Schlager-Musik o.ä. gab.

AMIGA existierte von 1947 bis 1994. Danach wurden die mehr als 30.000 Titel von BMG Berlin Musik GmbH verwaltet. Als Markenname für Veröffentlichungen von Tonträgern aus der DDR-Zeit blieb AMIGA erhalten. Diverse Titel sind inzwischen - wenn z.T. auch nur schon wieder antiquarisch - auf CD erhältlich.

Zum abgeschlossenen Sammelgebiet erschien auch ein entsprechendes Kompendium. [2]

Weblinks

Literatur

Anmerkungen

  1. VEB Deutsche Schallplatten
  2. Rauhut: AMIGA-Diskographie - siehe unter Literatur