Agitation Free

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Agitation Free
Agitation Free
Gründung 1967
Genre Rock
Website http://www.agitationfree.com
Gründungsmitglieder
Gitarre Lutz Lüül Graf-Ulbrich
Gitarre Lutz Ludwig Kramer (bis 1970)
Bass Michael Fame Günther( † 2014)
Gesang Michael Mickie Duwe
Schlagzeug Christoph Franke (bis 1971)
Aktuelle Besetzung
Gitarre Lutz Lüül Graf-Ulbrich
Gitarre Gustl Lütjens † 2017
Keyboards Michael Höni Hoenig
Bass Daniel Cordes
Schlagzeug Burghard Rausch
Ehemalige Mitglieder
Gitarre Jörg Joshi Schwenke ( † 1990)
Gitarre Axel Ax Genrich
Keyboards Manfred Opitz
Schlagzeug Harald Grosskopf
Saxophon Klaus Henrichs
Gitarre Stephan Diez ( † 2017)

Agitation Free ist eine 1967 gegründete Berliner Rockband.

Bandgeschichte

1965–1966

Angeregt durch die Beatles, gründet Lutz Lüül Graf-Ulbrich mit Christoph Franke, der damals noch Schlagzeug spielt, zu Beginn des Jahres 1965 die Gruppe „The Tigers“, die bald in „The Sentries“ umbenannt wird. Andererseits ruft Lutz "Ludwig" Kramer mit Michael "Fame" Günther und einigen Freunden eine namenlose Band ins Leben, die hauptsächlich R&B-Titel nachspielt.

1967

Lüül, Christoph Franke und Michael Günther besuchen alle die Waldschule[1] in Berlin-Charlottenburg, treffen also häufig zusammen. Anfang 1967 trennen sich die Sentries von ihrem Bassisten. Michael Günther hift aus. Als auch seine Band im September oder Oktober 1967 Auflösungserscheinungen zeigt, schließt man sich zusammen. Die neue Gruppe besteht aus Lüül, Christoph Franke, Lutz Kramer, Michael Günther sowie Michael "Micki" Duwe, der für kurze Zeit den Gesang übernimmt.

Zum Umfeld der Band gehört Folke Hanfeld, ein Bruder des früheren Sentries-Bassisten. Er ist der Schöpfer des Namens Agitation. Er schlägt ein Wörterbuch auf und landet bei dem Wort Agitation = Bewegung, Unruhe, Veränderung. Der Vorschlag wird von allen akzeptiert und so nennt man sich zunächst „The Agitation“. Folke beschäftigt sich intensiv mit Lightshows und Multi-Media-Ideen. So beginnt man Ende 1967, mit Flüssigkeitsprojektionen, Dias und selbstgedrehten Schmalfilmen zu arbeiten.

Damals spielt die Band R&B- oder Popstücke nach. Musikalisch war man damit nicht zufieden. Man beginnt zu improvisieren und die Stücke werden länger. Lutz Kramer bringt ein Thema aus Carmen ein, das oft bei Auftritten verwendet wird.

1968

Anfang 1968 gibt es Streit mit Lutz Kramer. Er will sich ganz der Improvisation widmen. Der Rest der Band hat einen konventionelleren Ansatz. Nach kurzer Zeit findet man einen musikalischen Kompromiß, und Lutz Kramer kehrt zurück.

Die Band lernt Volker Cornelius kennen, der sie ins Zodiac vermittelt, wo man die Rolle der Hausband übernimmt. Dort lernt man andere Bands Cluster, Curly Curve und Tangerine Dream kennen, mit denen man sich bei den Auftritten abwechselt. Als das Zodiac wegen der Drogenszene geschlossen wird, wechselt die Gruppe ins Beautiful Balloon. Dort spielt man oft bis in die frühen Morgenstunden, und die Musiker bekommen logischerweise Ärger in der Schule, weil sie manchmal im Unterricht einschlafen. Folke Hanfeld hat im Beautiful Balloon maßgeblich an der Lightshow gearbeitet und zu dieser Zeit schon Ideen zur Intermedia, einer Multi Media Show.

Mitte 1968 entdeckt die Band Pink Floyd für sich und beginnt, Themen dieser Band als Improvisationsgrundlage zu benutzen. In einem anderen Berliner Underground-Laden, dem Sun, lernen Michael Günther und Lutz Kramer einen flötenspielenden, rothaarigen, zottelmähnigen Typen kennen. Es nennt sich John L., bürgerlich Manfred Brück, der von der Berliner Presse gerne als „Hippiekönig von Berlin“ tituliert wird. Er erscheint bei den Proben und wird zum Sänger der Band.

1969

John L. kann eigentlich nicht singen. Er spielt seine Maultrommel und gibt merkwürdige Laute von sich. Seine Qualitäten ist, dass er nackt mit bemaltem Penis auftritt und sich auf offener Bühne mit einem Gürtel auspeitschen lässt. Ein Auftritt im Quasimodo, die Band spielt damals oft umsonst, hat gravierende Auswirkungen. An der Tür des Quasimodo steht, mit Kreide geschreiben, der Name der Band: Agitation. Darunter das Wort FREE für freien Eintritt. Das gefällt allen und es wird beschlossen, den Namen in Agitation Free zu ändern.

John L. kann sich an diesem Abend nicht zügeln und benutzt eine Lampe als Schaukel. Die natürlich sein Gewicht nicht aushällt, so dass er mitsamt Lampe auf den Tisch eines verdutzten Pärchens fällt. Selbstverständlich darf sich die Gruppe danach nicht mehr im Quasimodo sehen lassen.

Als John L. mit dem Fixen beginnt, ist seine Zeit bei Agitation Free vorbei. Später taucht er bei Ash Ra Tempel wieder auf und hat danach eine eigene Gruppe namens Scarecrow.

Ende 1969 arrangiert Christoph Frankes Mutter eine wichtige Begegnung. Sie ist Geigenlehrerin und hat Kontakt zu Konrad Latte, dem Direktor der Volksmusikhochschule in Berlin-Wilmersdorf, der ihr erzählt, dass er noch überschüssiges Geld vom Ankauf eines Flügels hat. Mit diesem Geld möchte er gerne für die Volksmusikhochschule eine neue Rockgruppe zusammengestellen. Mit viel Geduld und Worten überzeugt ihn Frau Franke, dass er sein Geld in eine schon bestehende Band investieren soll. Der Plan ist, einen Übungsraum zum Studio auszubauen und einen Lehrer zu engagieren. So wird schließlich Thomas Kessler in die Schule geholt und Agitation Free zieht ein. Ash Ra Tempel und Tangerine Dream kommen schnell nach. Man freundet sich mit Thomas Kessler an und hilft, das Studio aufzubauen. Es geht als das Beat-Studio in die Geschichte ein.

Im Winter 1969 wird Folke Hanfelds Intermedia gestartet. Die Intermedia ist eine Multi-Media-Show und seine Abitur-Jahresarbeit im Fach Kunst. Agitation Free führt die Intermedia in der Waldschule in Eichkamp auf. Die Vorbereitungen sind aufwändig: Die Gruppe spielt in einem Kasten aus durchsichtiger Kunststoffolie, auf der Projektionen zu sehen sind. An den Wänden und der Decke sind Leinwände befestigt, auf denen Dias und Filme projiziert werden. Flüssigkeitsprojektionen gehören ebenfalls dazu. Eine Wand aus Fernsehgeräten wird aufgestellt, vor denen sich kleine Scheiben mit Löchern drehen, so dass sich bewegte Muster ergeben. Der Boden ist mit halb aufgeblasenen LKW-Reifenschläuchen ausgelegt. In einem Projektor verschmoren, für alle auf einer Leinwand sichtbar, Mehlwürmer und Ameisen. Heute kaum noch denkbar! Es ist damals ein Riesen-Happening!

Die erste Aufführung, das mußte vorher zugesichert werden, ist nur für Lehrer, den Direktor und geladene Gäste. Am nächsten Tag findet dann die zweite Aufführung statt - und das Chaos beginnt. Mindestens 1.500 Leute sind gekommen - nur 400 passen in den Saal. Es herrscht also Belagerungszustand! Dem Schuldirektor wird es nach einer Stunde zu laut, und er lässt den Strom abschalten. Das hätte er besser nicht tun sollen. Er wird mit Autoreifen beworfen und muss unter Polizeischutz das Gelände verlassen. Wiederholen kann man die Sache leider nicht, dazu fehlt das Geld.

Am 29.11.1969 spielt die Band ein Konzert im Audimax der TU Berlin für den Zentralrat der umherschweifenden Haschrebellen um Bommi Baumann. Das Konzert endet mit einem in der Pförtnerloge eingesperrten Hausmeister, einem Polizeieinsatz und dem Aufruf zu einer Hausbesetzung. Stürmische Zeiten!

Durch den Bandnamen, aber wohl auch durch die Musik, wird die Gruppe zu einem Teil der Subkultur und der APO. Man versucht die Grenze zwischen Publikum und Band aufzulösen. Wenn z. B. im Takt Ho Ho Ho Tchi Minh gerufen und geklatscht wird, geht man darauf ein und macht mit dem Publikum ein Stück daraus. Bei kleineren Gigs werden Instrumente verteilt.

Ein paar Wochen später, bei einer Veranstaltung im Audimax der TU Berlin am 13.12.1969 spielen Paul & Limpe Fuchs, Tangerine Dream, Amon Düül und Agitation Free. An diesem Abend stellt die Band zum ersten Mal einen Kurzwellenempfänger auf die Bühne, um mit unvorhergesehenen Einflüssen zu improvisieren. Das war eine Idee von Thomas Kessler.

1970

Im Februar 1970 findet der Zinnober, der Berliner Studentenfasching, statt. In jenem Jahr eine ziemlich kommerzielle Veranstaltung. Nebenan gibt es eine Gegenveranstaltung mit dem Titel „Inis Reise“. Veranstalter ist ein gewisser Klaus Freudigmann, der mit Cluster und Conny Schnitzler zusammengearbeitet hat. Außerdem produzierte er Platten von Ton, Steine Scherben. Von acht bis elf Uhr spielt die Band also auf dem Gegenzinnober „Inis Reise“, um dann mit Sack und Pack, Thomas Keyserling und dem wiederaufgetauchten John L. ein Haus weiter zu ziehen und auf dem Zinnober als exotische, unverstandene Band zu jammen. Das geschah an drei aufeinanderfolgenden Tagen!

Ende März gab es Streit zwischen Michael Günther und Lutz Kramer. die Band sollte sich zwischen den Beiden entscheiden. Sie entscheidet sich für Michael Günther. Sein schlechtes Gewissen treibt ihn dazu, einen Ersatzmann zu beschaffen. Seine Wahl fällt auf Axel Genrich, den man schon länger kannte. Schnell werden ein paar neue Stücke komponiert und man tritt mit Axel Genrich am 12.4.1970 im Sportpalast beim „Ersten Deutschen Popfestival“ auf.

Noch ein Wort zur Begründung von Ludwigs Ausscheiden aus der Band: Da Ludwig mit 17 Jahren in die K1 zieht, beginnt er, sich mehr und mehr politisch zu engagieren. Er geht lieber zu Demos, als in den Probenraum. Gleichzeitig ist er auch bezüglich Drogen sehr expermentierfreudig. Dies dient nicht unbedingt der Zuverlässigkeit. Oft wird ohne ihn geprobt. Als er auch zu einem Auftritt zu spät kommt, verabschiedet man sich von ihm. Man hat sich auch musikalisch auseinandergelebt. Er wechselt später zu der Berliner Band Walpurgis.

Das „Erste deutsche Popfestival“ findet im geschichtsträchtigen Berliner Sportpalast statt. Veranstalter ist ein gewisser Jürgen Föhrenbach aus Stuttgart, der damit Pleite geht. Edgar Froese von Tangerine Dream hat versucht, die Gage einzuklagen - vergeblich. Keine Gruppe sieht auch nur eine Mark und wo das Geld - bei 5000 zahlenden Leuten an zwei Tagen - geblieben ist, weiß niemand. Für Agitaion Free ist wichtig, dass man die Musiker von "Guru Guru" kennenlernt. Der Gitarrist der Gurus, Jim Kennedy - ein Amerikaner - erkrankt an TBC und muss zurück nach Amerika. Also braucht man einen Ersatzgitarristen. Axel Genrich springt ein. Er ist von "Guru Guru" begeistert, so daß er zu ihnen wechselt.

Insgesamt spielt Axel etwa drei Monate bei der Gruppe. Sein Nachfolger wird Jörg "Joshi" Schwenke, der seinen ersten Auftritt mit der Band in der Akademie der Künste für Amnesty International absolviert. Als Gitarrist spielte er bei den Shatters, der damaligen Begleitband von Manuela, einer bekannten Berliner Schlagersängerin. Er hatte die Lust am Schlager verloren und wollte etwas Neues machen. Durch seine völlig andere Herangehensweise bringt er frischen Wind in die Band.

Um dieselbe Zeit lernt die Gruppe durch Thomas Kessler den Komponisten Ladislav Kupkovic kennen. Er ist für seine Wandelkonzerte bekannt, bei denen das Publikum zwischen den Musikern umherwandert, rauchen und sprechen darf. Kupkovic suchte einen Rockmusiker, möglichst einen Bassisten, als Exponat für sein nächstes Wandelkonzert. Michael Günther gefällt die Idee, und er sagt zu. An insgesamt fünf Konzerten hat er teilgenommen.

1971

Anfang '71 beginnt Edgar Froese sich von Zeit zu Zeit Christoph Franke auszuborgen. Das letzte Konzert mit ihm ist ein weiteres Wandelkonzert von Kupkovic.

Die Band ist wieder zu dritt. Bei Konzerten spielen sie mit einem Trommler aus Berlin-Spandau zusammen, Gerd Klemke. Er kommt aus dem Jazz und studiert damals Komposition an der Hochschule für Musik, bei Isan Yun. Ausserdem macht er Rockmusik mit der Gruppe Garlick Generation. Heute lebt und lehrt er in Oslo, Norwegen und in Berlin. Mit ihm wird das Konzert gespielt, das die Band in den Nahen Osten bringt. Im März '71, bei einem Konzert im Quartier Latin, ist Gerd Klemkein Hochform und trommelt ein Wahnsinnssolo. Nach dem Konzert kommt ein Mann auf die Bühne und fragt Lüül, ob die Band nicht Lust hätte, in Kairo zu spielen. Er heißt Christian Nakonz, ist Konsul in der dortigen deutschen Botschaft, und ist schon den ganzen Abend durch Berliner Kneipen gezogen - auf der Suche nach interessanten Musikern. Obwohl Lüül skeptisch ist, lässt er sich auf ein längeres Gespräch ein und man tauscht Adressen aus.

Aus einer weiteren Schulbekanntschaft entsteht der Kontakt zu Michael Hoenig. Da er Interesse an Avantgarde-Musik hat, schlägt ihm Michael Günther vor, mit ins Studio zu kommen und mit der Improvisationsgruppe, die Thomas Kessler leitet, zu spielen. Er erschent öfter und lernt, mit Zuspielbändern zu arbeiten. Michael Günther lädt ihn ein, bei einem Konzert in der TU Mensa, mitzuspielen. Der Band gefällt die Sache so gut, daß sie ihm anbieten, einzusteigen.

Kurz darauf, September 1971, kommt Klaus Schulze zu einem Übungstermin und bringt Burghard Rausch mit. So kommt die Gruppe zusammen, die als Agitation Free bekannt wird.

Thomas Kessler beginnt, die Band zu trainieren: Gehörbildung, Harmonielehre und Rhythmik. Er gibt den Musikern Einblick in die E-Musik. Im Dezember bringt er Peter Michael Hamel mit, der einige Übungstermine mit der Band absolviert. Er erzählt ihnen von einer neuen Plattenfirma Music Factory und rät der Band, ein Demo-Band zu machen.

Während dieser Zeit spielen alle Bandmitglieder auch noch mit anderen Gruppen zusammen: Burghard Rausch und Michael Günther in einer Band namens Sopwith Camel, mit dem australischen Gitarristen Richard Clapton, der heute wieder in Australien lebt und dort ein bekannter Musiker geworden ist. Lüül spielt in einer Improvisationsgruppe, die Guricht heißt; zusammen mit Bernhard Arndt, der später bei Agitation Free spielt. Michael Hoenig spielt in E-Formationen.

Lüül, Manuel Göttsching, Hartmut Enke, Klaus Freudigmann, Conrad Schnitzler, Thomas Keyserling und Michael Günther spielen ebenfalls in einer E-Improvisationsgruppe namens Eruption.

1972

Die Band spielt ein Demoband ein und schickt es an Music Factory, ein Label des Schott-Musikverlags. Die Antwort ist positiv und man lädt die Band nach Mainz (25.2.1972) zu einem Konzert im Kurfürstlichen Schloß ein, um die Live-Qualitäten(gegen gute Gage) zu testen. Die Kritik ist recht gut, so daß Music Factory entscheidet, eine Platte mit der Band zu produzieren.

In der Folge werden ein, d.h., eigentlich mehrere Plattenverträge unterschrieben, über die man lieber nicht sprechen sollte. Das einzig Positive ist der, zur damaligen Zeit, relativ hoch erscheinende Lizenzsatz, aber die Band hat natürlich keinen blassen Schimmer und schätzt ihren Marktwert völlig falsch ein. Jedenfalls ist man froh, einen Plattenvertrag zu haben. Keiner ahnt, daß sich die Einstellung dazu in den folgenden Jahren von Freude in Ärger wandeln würde.

Inzwischen hatte sich Kairo in Form eines Briefes gemeldet, der von Christian Nakonz kommt. Er teilt der Band mit, daß er inzwischen mit seinem Freund Hartmut Geerken vom Goethe-Institut gesprochen hat, und dass Kairo die Federführung für eine Tournee übernehmen wird. Im Frühjahr 1992 soll es losgehen. Man ist platt!

In Berlin hat die Band im Januar 1972 angefangen, Musiklehrer auf Improvisationsrock anzutörnen und lässt sie mit ihren Schulklassen ins sogenannte Beat-Studio kommen, um ihnen etwas über Avantgarde, Rock und elektronische Musik zu erzählen. Der Andrang ist ziemlich groß, aber trotzdem hört man im März auf, die Sache weiter zu betreiben, da die Band sich auf Kairo vorbereiten will.

Am 4. April fliegt man vom Flughafen Berlin-Tempelhof nach München, Richtung Kairo. Das Goethe-Institut empängt die Band. Am übernächsten Tag soll das Konzert stattfinden. Die Anlage, die wegen der Kosten nicht als Übergepäck, sondern als Luftfracht mitgeflogen ist, muss aus den Händen des Zolls befreit werden. Leider geht die Sache schief und man muss die beiden netten Herren, die sich schon am Vorabend um den Zoll gekümmert haben, noch einmal bemühen. Doch bevor sie zum Einsatz schreiten können, wird der Zoll geschlossen. Das Konzert wird verschoben. Die Band erwartet die Konzertbesucher am Eingang der Halle und erklärt ihnen auf Englisch, weshalb das Konzert verschoben werden muß. Auch gut, Malesch... Die Band lernt zum ersten Mal das Wort kennen, das zum Titel der ersten LP wird.

Während die Band auf die Freigabe durch den Zoll wartet, gibt es zahlreiche Gelegenheiten Alltag und Musik Ägyptens kennenzulernen. Michael Günther lässt dabei sein Tonbandgerät laufen; die Aufnahmen werden später als O-Ton auf der Malesch-LP verwendet.

Am nächsten Tag findet das Konzert statt. Vom Fellachen bis zur fast kompletten amerikanischen Botschaft - alle da. Eine runde Stimmung. Tags darauf Party bei Nakonz. Man nimmt die Anlage mit. Erst spielt eine ägyptische Band zum Tanz auf. Dann kommt das Chaos mit Namen Agitation Free. Die Band spielt wilde Improvisationen. Gegen Ende steigt Hartmut Geerken auf dem Klavier ein. Die Band lernt Hubertus von Puttkamer, einen Entwicklungshelfer, kennen. Er ist heute Professor an der Technischen Fachhochschule Berlin. Von ihm stammt ein Super-8 Film mit der Band an den Pyramiden von Sakkara.

Am 11. April gehts nach Alexandria. Für den Auftritt steht statt der bestellten PA nur eine Hi-Fi Anlage als Beschallung für einen tausend Personen fassenden Saal zur Verfügung. Obendrein hat die Band alle Schlagzeug-Metallteile in Kairo vergessen. Improvisation ist angesagt. Eiligst herbeigeschaffte Notenständer dienen als Ersatz. Zu allem Überfluss fällt während des Konzertes der Strom aus. Der Verursacher ist ein Ägypter, der die Beine nicht heben konnte. Der Stecker (zwei lose Kabel) ist aus der Steckdose gerutscht. Malesch!

Zurück in Kairo erfährt man: Das Konzert in Damaskus fällt aus. Am 15. April gehts weiter mit dem Flugzeug nach Beirut. In Beirut herrscht ein fürchterliches Durcheinander. Das Konzert wurde verlegt. Anstatt in Beirut, soll die Band nun zuerst im 80 km entfernten Tripoli spielen. Was mit der Anlage geschieht, hängt vom Zoll ab. In Kairo hatte Bestechung geholfen. Auch hier sind die netten Herren vom Goethe-Institut behilflich. Sie kennen ihre Pappenheimer und lächeln. Michael Hoenig muß vorführen, daß sein Synthesizer ein Musikinstrument und keine Zentraleinheit für Spionage oder gar eine Bombe ist. Schließlich ist die Anlage startklar. Hubert Eichheim vom Goethe-Institut Tripoli holt die Band ab. Der Transporter mit der Anlage fährt später ab. Das Publikum in Tripoli wartet geduldig und hilft beim Entladen.

Am 16.April färt die Band zurück nach Beirut zum nächsten Gig. Nach dem Konzert spricht uns ein schmächtiger Libanese an. Sein Name ist Assaad. Er spricht französisch und wohnt in Paris. Später sollte er alle Frankreich-Tourneen von Tangerine Dream, Ash Ra Tempel, Klaus Schulze, Can und Agitation Free organisieren. Irgendwann vertritt er alle Bands, die bei Virgin-Records unter Vertrag waren.

Am 17. April erholt man sich am Strand, um am 18. in Nicosia (Zypern) fit zu sein. Als die Band mit ihren Instrumenten das Flugzeug betritt, lächelt sie der Pilot an und sagt: "I fly the airplane, You play for us today, a deal?". Zum Glück läuft das Tonband. Mit diesen Worten beginnt später die LP Malesch.

Weiter nach Athen, wo man am 21. April spielt. Dort lernt die Band griechische Rockgruppen kennen, die ihnen brauchbare Anlagenteile für das Konzert borgen. Herzlichen Dank! Das Konzert in Thessaloniki fällt wegen der Revolutionsfeiertage aus.

Ab 6. Juli 1972 geht es wieder ins Studio. Man entscheidet sich für das Audio-Tonstudio in Berlin, da es das erste 16-Spur Studio in Berlin ist. Die Band geht ohne großes Konzept an die Arbeit und improvisiert einfach. So entsteht jeden Tag ein anderes Stück. An zwei Tagen spielt Peter Michael Hamel mit. Nach dem Abmischen sucht man nach passenden O-Tönen von der Nahost-Tournee. Das erste Stück nennt die Band "You play for us today". Es folgt "Sahara City", nach dem Platz, an dem der Nightclub lag, wo sie am ersten Abend der Tournee fürstlich gespeist hatten. Das dritte Stück heißt "A La Toul", was soviel wie "geradeaus" bedeutet. Hier spiegelt sich die Hektik der Straßen Kairos wieder. Der vierte Titel heißt Puls. Hier experimentiert Michael Hoenig mit einem Zufallsgenerator und Equipment der Firma "Hofschneider, Berlin". "Chan el Chalili" ist das nächste Stück, benannt nach dem berühmten Basar, wo sich die Band im Feilschen versuchte. Malesch, das sechste Stück, gelingt am besten. Es stellt eine Huldigung an die ägyptische Lebensweise dar. Rücksturz, der letzte Titel auf Malesch, klingt schon wieder sehr europäisch und beschreibt die Rückreise nach Hause, die wie ein Rücksturz in die europäische Kultur war.

Ursprünglich sollte die LP im September erscheinen, rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft. Doch daraus wurde nichts. Letztlich erschien sie am 1. Dezember. Wann und vor allen Dingen wo sie nun überall erhältlich ist, weiß niemand, denn der Vertrieb in Deutschland gestaltet sich miserabel.

Inzwischen hatte ein alter Freund, Alfred Bergmann, der früher ein Lehrer von Michael Günther war, im Sender Freies Berlin ein Hörspiel über die Band vorbereitet. Die Aufnahmen fanden in der Nähe von Osnabrück, im Haus von Alfred Bergmann, statt. Zehn Tage lebte man zusammen und machte Musik. Wolfgang Wölfer, der Regisseur, jammte manchmal mit. Am 7.4.73 wurde das Hörspiel im SFB gesendet. Andere Radiosender übernahmen das Programm später.

Am 30.8.72 fuhren wir nach München. Die Olympiade war in vollem Gange. Man verfrachtete uns dort in ein Schulgebäude, das durch Bundeswehr-Betten zum Schlafsaal umfunktioniert wurde. Dort waren auch die Musiker der New Folksingers und Joy Unlimited untergebracht. Am 1.9.72 hatten wir unser erstes Konzert in der Medienstrasse, die aus Anlaß der Olympiade als kultureller Beitrag gedacht war. Das zweite Konzert folgte am 3.9.72 im Theatron. Die Besetzung war diesmal Burghard Rausch, Lüül, Michael Hoenig, Peter Michael Hamel, Michael Günther sowie Wolfram Jacob von Os Mundi an den Congas. Eigentlich sollte die Band noch zwei weitere Konzerte spielen, die aber nach dem Anschlag abgesagt wurden. Für ca. drei Monate gab es keine Gigs mehr.

Dafür produzierte man am 26. und 27.9.72 ein weiteres Hörspiel: "Eine Krähe hackt der anderen", wieder mit ihrem Freund Alfred Bergmann. Ausserdem gründet die Band in Berlin mit Os Mundi und Ute Kannenberg die Berliner Musikerinitiative. Im November oder Dezember 1972 sprach Dietmar Burmeister die Band an. Er hatte zeitweilig bei Ash Ra Tempel getrommelt und fragte, ob man nicht einen Percussionisten bzw. zweiten Trommler gebrauchen könne.

1973

Bis auf Burghard Rausch gefiel der Band die Idee. Aber am 7. Januar 1973 spielten sie in der Hamburger "Fabrik" ohne zweiten Schlagzeuger. Auch die weiteren Aufnahmen für das Hörspiel "Agitation Free, Portrait einer Musikgruppe" vom 8. bis 12. Januar wurden noch ohne Dietmar gemacht.

Beim Gig zur Eröffnung der Berliner Discothek Dampfmaschine am 8. und 9. März spielte Burmeister aber schon mit. Schon vorher gab es Ärger. Die Band hatte entdeckt, das Joshi begonnen hatte zu fixen. Er versprach der Band, vor der geplanten Frankreich-Tournee mit dem "schießen" aufzuhören. Mit zitternden Knien brach man nach Paris auf. Hinter Aachen warf Joshi seine Spritze aus dem Auto. Bis Paris ging alles gut.

Archiv Bernd

Assad empfing uns freundlich und stellte uns seinen Eltern vor. Er hatte eine Garage für unseren Wagen und ein billiges aber schönes Hotel besorgt. Am nächsten Tag ging es Joshi schlecht. Die Wirkung der Valoron-Tropfen war nicht ausreichend und er hatte seinen ersten Entzug. Man erzählte Assad nur: Joshi sei krank. Assads Eltern kümmerten sich rührend um ihn. Kurz vor dem Konzert war Joshi plötzlich verschwunden. Zum Glück fand die Band ihn. Es schien der Band unmöglich, Stoff zu beschaffen. Doch man schaffte es, Joshi auf die Beine zu stellen.

Beim Konzert in der Opera Comique mit Nico lehnte er sich dann an seinen Marshall-Turm und hatte Schweißperlen auf der Stirn. Obwohl er saumäßig spielte, waren die Leute doch begeistert. Es wurde ein voller Erfolg. Bis zum nächsten Konzert war Joshi wieder ziemlich okay. Die Band spielte im ORTF-Gebäude für die Radiosendung Pop Club, war live auf Sendung und bekam Anrufe. Die Leute wollten wissen, was das für eine Gruppe war.

Die Band lernte Pierre Latesse kennen, der uns fragte, ob man nicht in ein paar Tagen auch noch eine Fernsehsendung machen wollte. Die Band war begeistert. Am selben Tag spielten sie noch ein Konzert im Salle Napoleon, dann gab es zwei Tage Pause. Am 27. März machte die Band die Aufnahme fürs Fernsehen. Rock en Stock hieß die Sendung. Abends gingen alle zum Pop-Club, einer anderen Sendung, weil Can da war. Am 30. März spielte man ein Frei-Konzert in der Universität Vincennes bei Paris. Am 31.Januar und 1. Februar Konzerte auf dem Lande.

Die Ruhepause war kurz. Am 10.4. ging es schon wieder nach Frankreich, zu einem einzigen Fernsehgig am 11.4. bei Paris. Danach ging sofort zurück nach Berlin. Kaum dort angekommen, erfährt die Band, dass ihr Freund Assad schon wieder gewirbelt hatte. So spielte man am 8.5.73 im Sound in Berlin, um Geld aufzutanken. Es geht schon wieder in Richtung Frankreich.

Joshi hatte inzwischen schon wieder begonnen zu fixen! Die nötigen Medikamente zum Entzug wollte er besorgen. Doch dann meldete er sich nicht mehr. Man war stocksauer. Bei Lüül versammelt, telefonierte man, aber Joshi war nicht zu finden. Am Nachmittag meldete er sich und stellte in Aussicht, innerhalb der nächsten halben Stunde seine Medikamente zu bekommen. So stellte man ihm ein Ultimatum: Entweder träfe er in der nächsten Stunde bei Lüül ein, oder die Band würde allein fahren! Nach einer Stunde war er noch nicht da. Man überlegte. An sich hätten sie die Tour jetzt absagen müssen, da sie keinen Leadgitarristen mehr hatten. Sie entschlossen sich, doch zu fahren, denn ihnen fielen die Brüder Stephan und Frank Diez ein. Beide waren Spitzenleute und in der Lage unser Programm aus dem Handgelenk zu schütteln. Also anrufen. Frank ist verhindert; mit Stephan haben wir schon oft gespielt; er kennt auch die Stücke und vor allem hat er Zeit und Lust. Anruf bei Joshi. Tut uns leid Alter!

Über Paris, wo die Band Assad abholte, fuhr man nach Orleans. Die Band sollte während eines kleinen Festivals spielen. Am nächsten Tag spielten sie in Bordeaux wieder auf einem kleinen Festival. Mann konnte erst um 2:00 Uhr nachts anfangen, da die Veranstaltung durch einen Bombenalarm unterbrochen wurde. Vor ihnen spielte Gong. Tags darauf Konzert in Brest. Jeden Tag fuhr man ca. 400-500 km und spielte abends. Ein anstrengendes Programm!

Zurück in Paris spielte die Band im Bataclan am Boulevard Voltaire. Can hatte vor zwei Monaten dort gespielt. Mit von der Partie bei diesem Konzert war auch Nico, die man schon von der ersten Tournee kannte. Mit dem Gig in Paris war die Frankreich-Tour zu Ende und wir fuhren von Paris nach Frankfurt(Main), um auf dem German Super Rock Festival zu spielen. Obwohl man diesen Gig selbständig besorgt hatte, erhielt das Management dafür Prozente.

Wieder in Berlin, spielte die Band ein Konzert im RIAS, um am 14.6. in Richtung Paris zu fahren. Am 16.6 hatten wir ein Konzert in der Nähe von Paris, in Saint Michel sur Orge. Guru Guru wurde auch erwartet, konnte aber wegen Schwierigkeiten an der Grenze nicht kommen. Das nächste Konzert war in Montmorillion, einer winzigen Kleinstadt, dann ging es nach Roanne. Dort spielte die Band im "l´arc en ciel", englisch "Rainbow", von dem man sagte, daß es damals der beste Club in Europa gewesen sein soll.

Am 30.6. kehrte die Band zurück nach Deutschland und spielte auf einem Festival in Marburg, gemeinsam u.a. mit Atlantis. Dann hatte man eine Pause und bereitete sich auf die nächste Platte vor.

Vom 15.7. bis zum 21.7. spielte die Band in München im Studio 70 mit Dave Siddle als Toningenieur die LP Second ein. Während der Aufnahmen verkrachten sich Lüül und Stephan Diez, der inzwischen festes Mitglied der Band geworden war. Nach den Aufnahmen verschwand Stephan meist ganz schnell aus dem Studio,um seinem Bruder Frank in einem anderen Studio bei einer Aufnahme zu helfen. Nach einer einwöchigen Pause in Berlin kehrte die Band am 28.7. nach München ins Studio zurück. Während des Abmischens war der Krach zwischen Stephan und dem Rest der Band komplett. Man beschloss, sich nach den Aufnahmen zu trennen.

In Berlin suchte die Band nach einem neuen Gitarristen. Schließlich meldete sich ein alter Bekannter, der Musikprofessor Heinz Lau bei der Band und erzählte, daß er einen guten Gitarristen kennen würde, der aus dem Jazz komme und nach Berlin ziehen wolle. So lernte die Band Gustl Lütjens kennen. Bei zwei PR-Gigs in Hamburg (Fabrik) und Hannover (Silo) spielte allerdings noch Stephan mit. [[Gustl}} trat dann am 20.10. zum ersten Mal in Würselen bei Aachen auf. Am 22.11. spielte die Band ein Konzert in der Berliner Akademie der Künste mit den Stücken der neuen LP.

1974

Nach einem Konzert in der Berliner Dachluke ging es mal wieder nach Frankreich. Von Troyes über Rennes nach Brest, wo man herzlich von Freunden empfangen wurde. Dann weiter nach Nantes, Clermont Ferrand, Marseille, wo es zu dieser Jahreszeit schon wirklich herrlich warm war, folgten Montpellier und Lyon. Dann nach Köln zum WDR. Das Konzert dort lief prima. Stephan Diez besuchte die Band, und man verstand sich eigentlich wieder gut. Langsam stellte sich eine Routine ein, und die Band wurde selbstkritischer. Nach weiteren Festivals war man sich im Klaren, dass es so nicht weitergehen konnte: Anreise, Aufbau, Programm spielen, Abbau, Abreise. Zudem entfernten sich die Mitglieder musikalisch immer mehr voneinander. Hoenig stand auf elektronische Improvisationen, Gustl mehr auf Jazz, Lüül stand immer noch auf Beatles und Folklore, Burghard fuhr auf harte Rockmusik ab und Michael Günther, mochte Grateful Dead, Country und Funk Music.

Nach einem Gig im bayrischen Ort Schönsee überlegten die Musiker ernsthaft, wie es weitergehen sollte. Gustl und Michael Günther meinten, das es besser wäre, wenn man zusammen etwas Neues machen würde und schlugen vor, die Band zu verlassen. Das war den Anderen nicht recht. Dann bekam Hoenig ein Angebot von Klaus Schulze, das er annahm. Ohne Hoenig wollte Burghard nicht weitermachen. Auch Lüül wollte lieber etwas alleine auf die Beine stellen.

Am 16.6.74 spielte man in Paris zum letzten Mal auf einem Festival ein Konzert in der alten Formation, kurz bevor man im Pariser Olympia hätte auftreten sollen. Dazu kam es dann nicht mehr, obwohl Assaad schon alle Weichen gestellt hatte.

Lüül lernte in Paris eine Frau kennen und blieb dort. Nach Berlin zurückgekehrt, suchte Michael Günther mit Gustl sofort nach neuen Leuten. Sie fanden Bernhard Arndt(E-Piano) und Christian Kneisel(Synthesizer) und fingen an zu proben. Bei einem Konzert in Witten half Dietmar Burmeister als Schlagzeuger aus. Mit ihm sowie Micki Duwe, nahmen sie am 18. und 19.Juli in Berlin eine weitere Hörspielmusik "Störenfried" unter dem Namen Agitation Free auf.

Am 27.9. flogen wir nach Warschau. Als Schlagzeuger nahmen sie noch einmal Burghard mit. In Berlin trafen man sich dann wieder mit den alten Freunden, um die Angelegenheit mit der Auflösung noch einmal zu besprechen. Dabei stellte sich heraus, das Burghard und Hoenig etwas dagegen haben, daß Gustl und Michael Günther den Namen Agitation Free weiter benutzen wollten. Man einigte sich ohne Streit, da die neue Band sowieso wenig mit der Musik von Agitation Free zu tun hatte und beschloß, den Namen mit der Band sterben zu lassen. Noch zwei Konzertverpflichtungen wurden von einer letzten Formation, bestehend aus Bernhard Arndt, John Merrnitt(Schlagzeug), Lüül, Christian Kneisel, Gustl Lütjens und Michael Günther im Quartier Latin und der Dachluke erfüllt. Am 14.11.74 wurde eine Abschiedsfete, The Final Reunion, für alle Freunde abgehalten, auf der fast alle ehemaligen Musiker anwesend waren und auch spielten. Sogar Christoph kam für zwei Tage aus England zurück, wo er gerade auf Tournee war und spielte Schlagzeug. Axel "Ax" Genrich konnte leider nicht kommen, dafür erschien aber Mani Neumeier und trommelte eifrig mit.

1975

Zunächst einmal konnten Gustl Lütjens und Michael Günther Lüül davon überzeugen, doch wenigstens temporär weiter mit uns zu arbeiten. Mit Harald Grosskopf und Manfred Opitz fanden man Ersatz für Burghard und Höni. Als neues Instrument stieß Klaus Henrichs(Saxophon) von Os Mundi zu uns. Zunächst war also eine Neue, aber instabile Formation gefunden. In Udo Arndt von der Berliner Band Os Mundi, späterem Mitproduzenten von Nina Hagen und Nena, hatten wir einen Verbündeten. Er machte gerade ein Praktikum im Tonstudio des Evangelischen Rundfunkdienstes und lud uns zu Aufnahmen ein. Leider ergab es sich, das ausgerechnet Lüül zu diesen Terminen immer in Frankreich war. So gibt es in dieser Formation keine Aufnahme mit ihm.

Berliner Konzerte mit Agitation Free

Veranstaltung Ort
26. Februar 1968 Agitation Free Epiphanien-Kirche
12. September 1969 Agitation Free Jugendfreizeitheim Zillestr.
13. Dezember 1969 Agitation Free Audimax der TU
26. April 1969 Agitation Free Zodiac
29. November 1969 Agitation Free Audimax der TU
6. April + 7. April 1969 Agitation Free Beautiful Balloon
15. September 1970 Agitation Free Akademie der Künste
6. Februar 1970 Inis Reise Alte TU Mensa
11. Februar 1971 Agitation Free, Ash Ra Tempel Kino Bellevue
18. Dezember 1971 Agitation Free, Ash Ra Tempel Alte TU Mensa
2. März 1971 + 3. März 1971 Agitation Free, Ash Ra Tempel Quartier Latin
20. - 22. Januar 1971 Agitation Free, Ash Ra Tempel, Tangerine Dream Quartier Latin
24. März 1972 Agitation Free, Xhol Alte TU Mensa
22. November 1973 Agitation Free Akademie der Künste
24. November 1973 Agitation Free Akademie der Künste
8. + 9. März 1973 Agitation Free Dampfmaschine
7. November 1974 Agitation Free Dachluke
13. November 1974 Agitation Free Pop Inn
3. Januar 1974 Agitation Free Dachluke
14. November 1974 Agitation Free Studentenheim Eichkamp
20. März 2012 Agitation Free Postbahnhof
23. April 2013 Agitation Free Kesselhaus
26. Oktober 1974 1 Jahr BMI (Agitation Free) Quartier Latin
16. Dezember 1970 "Eruption" Quartier Latin
11. April 1970 Deutsches Pop-Musik-Festival Sportpalast
12. April 1970 Deutsches Pop-Musik-Festival Sportpalast
14. Juni 1975 Progressive Riverboat-Shuffle der Dachluke MS Vaterland
29. März 1974 Rock-Abend (Agitation Free, Pell Mell, Kraan) Neue Welt
3. Juli 1971 Ton Steine Scherben Alte TU-Mensa

Diskografie

Datum Titel Link
Juni 1972 Malesch http://agitationfree.com/diskografie/cd/malesch/
Juli 1973 2nd http://agitationfree.com/diskografie/cd/2nd/
1976 Last http://agitationfree.com/diskografie/cd/last/
1995 Fragments http://agitationfree.com/diskografie/cd/fragments/
1998 Live http://agitationfree.com/diskografie/cd/live-74/
Sommer 1999 River of Return http://agitationfree.com/diskografie/cd/river-of-return/
4.11.2011 SHIBUYA NIGHTS - Agitation Free live in Tokio http://agitationfree.com/diskografie/cd/shibuya-nights/

Weblinks

Literatur

  • Lutz Ulbrich: Lüül — Ein Musikerleben zwischen Agitation Free, Ashra, der Neuen Deutschen Welle und den 17 Hippies. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2006. ISBN 3896026968.