Erinnerungen Arno P

Aus Rockinberlin
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Erinnerungen an Konzerte

Konzert Erinnerungen Ort
6. Juni 1990 Rolling Stones

... doch kein Konzertbericht.

Vorspann: 1990. Das Jahr des totalen Umbruchs in Berlin und im deutschen Drumherum. Als gelernter OSSI habe ich schnell verstanden, dass u.a. die ZITTY eine periodisch aktualisierte Übersicht über das kulturelle Geschehen in Berlin bot. Und dann fand ich in dieser Zeitschrift das: Ein Preisausschreiben, bei dem ein [sic!] Ticket für die ROLLING STONES zu gewinnen war!?! Wenn ich es recht erinnere, ging es darum, eine eigene TOP 10 von STONES-Titeln abzugeben und zusätzlich zu erraten, wie die Liste der TOP 10 aller Zuschriften aussehen würde. Egal: Ich beteiligte mich und im Ergebnis flatterte mir ein Frei-Ticket in den Ost-Berliner Briefkasten!

Hintergründiges: Juni 1990. Es gab noch die DDR, aber die Grenzen waren offen. Doch es gab (für nur noch diesen Monat) zwei unterschiedliche Währungen und ein STONES-Ticket wäre in den damaligen Wechselverhältnissen mehr als ein Monatsgehalt gewesen… (und ich wusste, dass ich zum 1.7.90 arbeitslos werde). Und dann das: Ein Frei-Ticket für den Innenraum des auch von mir vorher nicht gesehenen Berliner Olympiastadions. Ich war „beruflich“ gerade dabei, die Auflösung der Stasi zu kontrollieren – und dann infizierte mich der bisher so genannte „Klassenfeind“ mit einem Ticket für eine Band, die schon seit 25 Jahren ihre Sympathy for the devil proklamierte? Scheiß drauf, ich war bereit und ließ mich einfangen.

Erinnerung: Die Einlasskontrollen waren unspektakulär (das WTC stand noch). Daher hatte ich keine Probleme, zwei 1-Liter-Tetrapacks Billigwein mit in das Stadion reinzubringen. Da ich meine Bekannten, von denen ich wusste, dass sie irgendwo im Rang Sitzplatzkarten hatten, nicht fand (jaja, es gab eine Zeit vor den Handys), waren es eben jene beiden Tetrapacks, die mich zum und beim Konzert in Stimmung brachten und hielten, aber eine Beschreibung leider nicht ermöglichen. Ich stand irgendwo im 2. Drittel des Innenraums; weit weg genug, um die Gigantomie der Bühne zu erkennen, zu weit weg, um Mick oder Keith per eigenem Blick zu erkennen. Und der Rest ist glückselige Erinnerung … --Arno P, 23:10, 23. Feb. 2019 (CET)

Olympia-Stadion
30. Mai 2019 The Raconteurs

Punkt 20 Uhr begann mit gutem Sound die durchaus interessante Vorband Goat Girl: 4 Frauen (Bass, 2 x Gitarre, Schlagzeug), 1 Mann (Keyboard). Ca. 7 Titel, gut 30 Minuten. Songs, die recht harmonisch begangen, z.T. mit dreistimmigen Satzgesang, mitunter kamen mir die Cranberries in den Sinn. Hinten raus aber bekamen die Songs oft eine schräge Note durch interessante Gitarrensoli oder veränderte Schlagzeugrhythmen. Überhaupt war dem Spiel der Schlagzeugerin eine Ähnlichkeit mit den Drums bei den Jack White-Projekten anzumerken.

Punkt 21 Uhr dann die Raconteurs. Ebenfalls 5 Leute – doch nur Männer (3 Gitarren, Bass + Schlagzeug, wobei ein Gitarrist auch zu den Keyboards wechselte. Von Beginn an LAUT, druckvoll, fast schrill. Sehr agil. Die Gesangparts übernahm nicht nur Jack White, sondern auch Brendan Benson. Nach ca. 4 Songs meinte Jack, das Berliner Publikum wäre das Beste der Tour (und da waren die Leute im Parkett noch gar nicht beim Pogo-Tanzen) – doch nach nur 50 Minuten sagte die Band schon Good bye. Zum Glück für nur ca. 3 Minuten und dann kam ein gut 30-minütiger Zugabenblock, bei dem dann auch mehr bekanntere Stücke zu hören waren und auch der Basser mal ein E-Piano spielen durfte. Zwischendurch war auch mal einer der Roadies an zusätzlichen Bongos zu Gange. Mit „Steady as she go“ gabs dann kurz vor halb Elf den fulminanten Abschluss.

Auch diesmal war das Konzert eine handyfreie Zone. Zu den Begleitumständen siehe letzten Link. --Arno P (Diskussion) 22:40, 31. Mai 2019 (CEST)

Verti Music Hall
17. April 1993 Peter Gabriel

Allein die Auftakt – Choreografie war schon Wahnsinn: Auf einer Hebebühne kommt aus dem „Keller“ eine englisch-rote Telefonzelle mit dem singenden Peter drin nach oben, der um „Talk to me“ bat, dann begibt er sich auf das Laufband hin zur angesprochenen „Muse“, mit der er zwar ins Duett kommt, aber dann - vom Telefonkabel wieder eingezogen - den Kontakt verliert … wow! Wer möchte, findet hier ein Video (leider nicht vom Berliner Auftritt, aber nicht minder eindrucksvoll): Come Talk To Me (Arno P.)

Deutschlandhalle
10. April 2018 Black River Delta

Krachiger Südstaatenrock von einer schwedischen Band - Nix da mit unterkühltem Norden! Doch auch den als Support auftretenden Sologitarristen Andrea Bignasca zu sehen, war spannend. Dank der Freikarten, die die ZITTY spendierte, ein interessanter Abend.--Arno P 13:24, 24. Dez. 2018 (CET)

Privatclub
6. November 2018 Lydia Lunch's Big Sexy Noise

Lydia Lunch kannte ich aus ihren diversen Querverbindungen mit NICK CAVE, EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN und DIE HAUT, aus etlichen interessanten Coverversionen und aus einem Buch aus den 1990ern (ANGRY WOMAN) – insofern war ich sehr interessiert an ihrem aktuellen Projekt „Lydia Lunch’s Big Sexy Noise“. Doch mich überkam Ernüchterung. Zur eigentlichen Uhrzeit des Konzertbeginns waren vielleicht höchstens 20 Leute im Saal. Insofern fast verständlich, dass der Auftritt erst später begann…

Ne knappe Stunde später tummelten sich vielleicht 150 Leute im Saal – also immer noch viel Platz, um entweder bequem weit nach vorn zu kommen oder weiter hinten ausreichend Platz für Bewegung zu haben. Es war (vorne sehr) laut: in den Höhen schrill, in den Bässen dumpf und leider auch (bekannt aus Klubs dieser Größenordnung) übersteuert – also nix mit sexy, nur Noise. Ein paar Titel kamen dennoch dynamisch druckvoll rüber – prägten aber nicht meinen Gesamteindruck. Zum Sexy Noise gehörten James Johnston & Ian White (ein Gitarrist und ein Schlagzeuger, wobei ich die Instrumentenverteilung nicht benennen kann). Nach ziemlich genau einer Stunde war schon Schluss – und ich (mit nur geringen Englischkenntnissen) meine verstanden zu haben, dass es keine Zugabe gab, weil im Saal geraucht (eigene Anmerkung - und gekifft) wurde. Insofern insgesamt eher enttäuschend…--Arno P (Diskussion) 16:25, 11. Nov. 2018 (CET)


Musik & Frieden
8. Dezember 2018 John Cale und Orchester

Dass das Konzert nicht ganz pünktlich begann, wird eher den draußen noch auf Einlass wartenden Besucher*innen als den Starallüren der Künstler*innen geschuldet gewesen sein. Dennoch ging es ziemlich pünktlich los: Die begleitenden Streicher*innen und Bläser stimmten sich auf ihren Kammerton a ein und kurz nach 20 Uhr kam der Star des Abends mit seiner Band auf die Bühne. Das Konzert startete mit einem Geschrammel auf den klassischen Instrumentensaiten, das einem sofort den Sound der Velvet Underground in Erinnerung rief – wenn man denn nicht als Kulturbanause meinte, die Orchestermitglieder würden nochmal ihre Instrumente stimmen ;-)

Insofern war der Erwartungsdruck, Reminiszenzen an VU-Zeiten auch zu hören, sofort eingelöst und doch gebrochen, denn es dauerte mehrere Titel, bis der Autor, der denn doch über VU-, John Cale- und Lou Reed- Platten in mittlerer 2 stelliger Summe verfügt, ein erstes Stück wieder erkannte (wofür andererseits ja JC auch bekannt ist; dass er seine Stücke durchaus auch verfremdet, verändert, …). Und der erste richtig erkennbare KLASSIKER war dann mehr oder weniger typisch WAITING FOR MY MAN, als letzter Titel vor der Zugabe… Cale trat auf in klassischer Rock-Besetzung mit Lead-Gitarre, Bass und Schlagzeug, aber ergänzt mit schon erwähntem kleinen Orchester, einer Handvoll Streicher*innen (unter denen ich überraschend einen alten Schulfreund wieder erkannte) und 3 oder 4 Blechbläsern.

Bei gutem Sound (Lead- und Bassgitarre hätten aber durchaus stärker zu hören sein dürfen, denn die Action, die der Basser vollführte, war von meinem Platz aus akustisch kaum nachzuvollziehen und die Solos des Gitarristen hätte ich gerne auch lauter vernommen, da sie überwiegend gegen den Strich gebürstet und eben nicht Melodiegitarrenhaft rüberkamen) entspann sich ein knapp 2-stündiges Konzert in einem Wechsel von Stücken, die durchaus als SONGS durchgingen, die aber immer wieder von tatsächlichen WERKEN abgelöst wurden, denen keine direkte Strophe-Refrain-Struktur zuzuordnen war, die sich langsam, mitunter infernalisch aufbauten – getragen von einer klaren Stimme Cales, die man sich fürs gleiche Alter dann auch wünscht. Er selbst saß überwiegend am E-Piano; nur für wenige Stücke wechselte er zur Gitarre und dem Gesangs-Mikrofonständer.

Die Verti Music Hall war diesmal auch im Parkett bestuhlt und unter dem anwesenden Publikumsaltersdurchschnitt fühlte ich mich als Mittfünfziger nicht falsch. Die Sitzatmosphäre trug zwar auch dazu bei, dass sich 2-3 Mal nach den Beifallsbekundungen ein paar Sekunden tatsächlicher Stille aufbauten, dennoch dürfte sich Cale willkommen gefühlt haben. Nach gut 1,5 Stunden gab‘s dann noch eine kleine Zugabe (ohne Streicher*innen und Bläser) und um 22 Uhr waren wir entlassen in die Entscheidung, ob und was aus dem angebrochenen Abend noch zu machen wäre. --Arno P 13:40, 9. Dez. 2018 (CET)

Verti Music Hall

Ergebnis: Es gibt 6 Seiten mit Erinnerungen von Arno P.


Erinnerungen an Orte

Ort Erinnerungen Konzert
Verti Music Hall

Erste Erfahrung (Oktober 2018)

Es war niemand geringerer als JACK WHITE, dem es vorbehalten war, die neue Spielstätte zu eröffnen (wenn man die Vorgruppe GEWALT mal "vergisst"). Das Ambiente auf dem Vorplatz mit unheimlich viel Neon-Licht in großflächigem Reklame-Flackern und die unmittelbare Nachbarschaft zur Mehrzweckhalle, die sich zunächst nach einem Telefonanbieter, aktuell nach einem Autohersteller benennen liess, war schon beeindruckend - auch wenn manches davon vielleicht dem unmittelbar bevorstehenden Eröffnungsrummel und dem am gleichen Abend angesetzten Sportevent in eben genannter Halle zuzuschreiben war. Erste Ernüchterung folgte aufgrund der Schlangen beim Einlass. Drinnen strahlt der Bau ziemlich viel nackten Beton-Charme aus. Unten gibt es massig Stehplätze, in der Mitte einen Rang, der mit seiner lockeren Bestuhlung wohl sowas wie einen Möchtegern-VIP-Charakter ausstrahlen möchte und ganz oben noch eine Sitzplatztribüne. Der Grundschnitt ist eher quadratisch als rechteckig, das "Design" deutlich eher Klub als Theater / Konzertsaal. Viel Beton, viel schwarze Wandfarbe. Überraschend gut war der Sound für die Sitzplätze oben (und wenn man den Medienberichten glauben darf, offenbar auch unten). Druckvoll laut, aber nicht übersteuert oder schrill.

Macht Lust auf mehr... mal sehen, ob man es sich leisten kann. --Arno P (Diskussion) 12:13, 11. Nov. 2018 (CET)

Zweites Erlebnis (Dezember 2018)

Für John Cale und Orchester wurde diesmal das Parkett bestuhlt; in den hinteren Parkettreihen auch die Sitzhöhe durch Podeste angehoben. Ich selbst hatte das Glück, durch Plätze in der 2. Reihe, aber am Übergang von Parkett Mitte zu Parkett links, de facto in der 1. Reihe zu sitzen, ohne Beengung der Beinfreiheit. Dennoch ergaben sich Einschränkungen im Blickfeld: Der Dirigent für das (vermutlich) 7-köpfige Streich-Orchester versperrte mir total die Sicht auf den Star des Abends, wenn dieser seinen Platz vom E-Piano zur Gitarre (bzw. dem zugehörigen Gesangsmikro wechselte), die (vermutlich 4) Bläser konnte ich vor lauter Notenständern und anderem Equipment nicht deutlich ausmachen, und dass ich im Begleitorchester einen ehemaligen Schulfreund wieder erkennen konnte, war dem Zufall geschuldet, dass mein seitlicher Sitzplatz in Kombination mit einigen Bühnen-Lautsprechern eine kleine Sichtlücke übrig ließ. Ansonsten: Der obere Rang war gesperrt und verhängt (das kenne ich auch von der namenswechselnden Mehrzweckhalle nebenan, z.B. bei Neil Young vor Jahren), wodurch einerseits vermieden wird, erkennen zu lassen, dass das Konzert offenbar nicht ausverkauft war, andererseits ein eigentümlicher optischer Eindruck bezüglich des Verhältnisses von Deckenhöhe und genutztem Raumvolumen entstand (wenn man sich denn mal so weit umdrehte).

Ach so, letztens schloss ich ja mit der mehr oder weniger provokanten Frage, ob man sich Konzerte in der Verti Music Hall leisten kann: Für den guten Sitzplatz weit vorne bezahlte ich 66 Euro. Laut Radiowerbung sollen die Preise bei 44 – 66 Euro gelegen haben. Und für 44 Euro habe ich schon (Steh-)Konzerte in fragwürdigerem Ambiente erlebt. --Arno P (Diskussion) 13:41, 9. Dez. 2018 (CET)

Dritter Besuch (Mai 2019)

Und wieder Jack White - diesmal mit den Raconteurs. Natürlich im Parkett nicht bestuhlt und sehr gut ausverkauft. Die Vorband schon mit gutem Sound, der zum Hauptact dann noch lauter wurde. Leider auch ein wenig schrill - zumal Jacks Stimme ja selbst schon sehr hoch ist. Der Sound oben im Rang gerade noch so an der Schwelle zwischen Genuss und Ärger. Zum Konzertende wurde das Publikum aus dem Oberrang aus unerfindlichen Gründen über die Nottreppe rausgebeten - was einen sehr puristischen Beton-Charme der Nottreppe offenbarte (vermutlich sollten die Besucherströme zwischen 1. Rang + Parkett und des Oberrangs getrennt werden ?) Wie auch schon beim Eröffnungskonzert: Jack White legt offenbar Wert auf ein Publikum ohne massenhafte Handy-Aufnahmen, weshalb beim Einlass wieder die Handys in verschlossene Extra-Taschen eingetütet wurden. Das behinderte bei der Suche nach dem eigenen Sitzplatz, weil die Taschenlampenfunktion damit auch wegfiel. Aber ein Konzert ohne massig hochgehaltene Handys für (meist zweifelhafte) You Tube-Aufnahmen ist durchaus reizvoll! Und weil ich ja in den vorherigen Einträgen auch immer die Preise erwähnte: Für knapp 45 Euro waren die Sitzplätze oben zu bekommen. --Arno P (Diskussion) 01:36, 31. Mai 2019 (CEST)

Musik & Frieden

Von außen ein Plattenbau, drinnen eher Klubatmosphäre in einem eigenartig verwinkelten Haus, das mindestens zwei Konzert-Locations beinhaltet und Auftritte im SCHWARZEM oder BLAUEN Zimmer präsentiert sowie Platz für eine Baumhaus-Bar hat. Vom schwarzen Zimmer ist es ein umständlicher Weg zur Garderobe und dass es offensichtlich einen 2. Ausgang gibt, erschließt sich auch nicht direkt.--Arno P [16:37, 11. Nov. 2018 (CET)]

Ergebnis: Es gibt 2 Seiten mit Erinnerungen von Arno P.