Erinnerungen Arno P

Aus Rockinberlin
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Erinnerungen an Konzerte

Konzert Erinnerungen Ort
8. Dezember 2018 John Cale und Orchester

Dass das Konzert nicht ganz pünktlich begann, wird eher den draußen noch auf Einlass wartenden Besucher*innen als den Starallüren der Künstler*innen geschuldet gewesen sein. Dennoch ging es ziemlich pünktlich los: Die begleitenden Streicher*innen und Bläser stimmten sich auf ihren Kammerton a ein und kurz nach 20 Uhr kam der Star des Abends mit seiner Band auf die Bühne. Das Konzert startete mit einem Geschrammel auf den klassischen Instrumentensaiten, das einem sofort den Sound der Velvet Underground in Erinnerung rief – wenn man denn nicht als Kulturbanause meinte, die Orchestermitglieder würden nochmal ihre Instrumente stimmen ;-)

Insofern war der Erwartungsdruck, Reminiszenzen an VU-Zeiten auch zu hören, sofort eingelöst und doch gebrochen, denn es dauerte mehrere Titel, bis der Autor, der denn doch über VU-, John Cale- und Lou Reed- Platten in mittlerer 2 stelliger Summe verfügt, ein erstes Stück wieder erkannte (wofür andererseits ja JC auch bekannt ist; dass er seine Stücke durchaus auch verfremdet, verändert, …). Und der erste richtig erkennbare KLASSIKER war dann mehr oder weniger typisch WAITING FOR MY MAN, als letzter Titel vor der Zugabe… Cale trat auf in klassischer Rock-Besetzung mit Lead-Gitarre, Bass und Schlagzeug, aber ergänzt mit schon erwähntem kleinen Orchester, einer Handvoll Streicher*innen (unter denen ich überraschend einen alten Schulfreund wieder erkannte) und 3 oder 4 Blechbläsern.

Bei gutem Sound (Lead- und Bassgitarre hätten aber durchaus stärker zu hören sein dürfen, denn die Action, die der Basser vollführte, war von meinem Platz aus akustisch kaum nachzuvollziehen und die Solos des Gitarristen hätte ich gerne auch lauter vernommen, da sie überwiegend gegen den Strich gebürstet und eben nicht Melodiegitarrenhaft rüberkamen) entspann sich ein knapp 2-stündiges Konzert in einem Wechsel von Stücken, die durchaus als SONGS durchgingen, die aber immer wieder von tatsächlichen WERKEN abgelöst wurden, denen keine direkte Strophe-Refrain-Struktur zuzuordnen war, die sich langsam, mitunter infernalisch aufbauten – getragen von einer klaren Stimme Cales, die man sich fürs gleiche Alter dann auch wünscht. Er selbst saß überwiegend am E-Piano; nur für wenige Stücke wechselte er zur Gitarre und dem Gesangs-Mikrofonständer.

Die Verti Music Hall war diesmal auch im Parkett bestuhlt und unter dem anwesenden Publikumsaltersdurchschnitt fühlte ich mich als Mittfünfziger nicht falsch. Die Sitzatmosphäre trug zwar auch dazu bei, dass sich 2-3 Mal nach den Beifallsbekundungen ein paar Sekunden tatsächlicher Stille aufbauten, dennoch dürfte sich Cale willkommen gefühlt haben. Nach gut 1,5 Stunden gab‘s dann noch eine kleine Zugabe (ohne Streicher*innen und Bläser) und um 22 Uhr waren wir entlassen in die Entscheidung, ob und was aus dem angebrochenen Abend noch zu machen wäre. --Arno P 13:40, 9. Dez. 2018 (CET)

Verti Music Hall
17. April 1993 Peter Gabriel

Allein die Auftakt – Choreografie war schon Wahnsinn: Auf einer Hebebühne kommt aus dem „Keller“ eine englisch-rote Telefonzelle mit dem singenden Peter drin nach oben, der um „Talk to me“ bat, dann begibt er sich auf das Laufband hin zur angesprochenen „Muse“, mit der er zwar ins Duett kommt, aber dann - vom Telefonkabel wieder eingezogen - den Kontakt verliert … wow! Wer möchte, findet hier ein Video (leider nicht vom Berliner Auftritt, aber nicht minder eindrucksvoll): Come Talk To Me (Arno P.)


Deutschlandhalle
6. November 2018 Lydia Lunch's Big Sexy Noise

Lydia Lunch kannte ich aus ihren diversen Querverbindungen mit NICK CAVE, den EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN und DIE HAUT, aus etlichen interessanten Coverversionen und aus einem Buch aus den 1990ern (ANGRY WOMAN) – insofern war ich sehr interessiert an ihrem aktuellen Projekt „Lydia Lunch’s Big Sexy Noise“. Doch mich überkam Ernüchterung. Zur eigentlichen Uhrzeit des Konzertbeginns waren vielleicht höchstens 20 Leute im Saal. Insofern fast verständlich, dass der Auftritt erst später begann…

Ne knappe Stunde später tummelten sich vielleicht 150 Leute im Saal – also immer noch viel Platz, um entweder bequem weit nach vorn zu kommen oder weiter hinten ausreichend Platz für Bewegung zu haben. Es war (vorne sehr) laut: in den Höhen schrill, in den Bässen dumpf und leider auch (bekannt aus Klubs dieser Größenordnung) übersteuert – also nix mit sexy, nur Noise. Ein paar Titel kamen dennoch dynamisch druckvoll rüber – prägten aber nicht meinen Gesamteindruck. Zum Sexy Noise gehörten James Johnston & Ian White (ein Gitarrist und ein Schlagzeuger, wobei ich die Instrumentenverteilung nicht benennen kann). Nach ziemlich genau einer Stunde war schon Schluss – und ich (mit nur geringen Englischkenntnissen) meine verstanden zu haben, dass es keine Zugabe gab, weil im Saal geraucht (eigene Anmerkung - und gekifft) wurde. Insofern insgesamt eher enttäuschend…--Arno P (Diskussion) 16:25, 11. Nov. 2018 (CET)


Musik & Frieden
10. April 2018 Black River Delta

Krachiger Südstaatenrock von einer schwedischen Band - Nix da mit unterkühltem Norden! Doch auch den als Support auftretenden Sologitarristen Andrea Bignasca zu sehen, war spannend. Dank der Freikarten, die die ZITTY spendierte, ein interessanter Abend.--Arno P 13:24, 24. Dez. 2018 (CET)

Privatclub
16. September 2018 Nick Mason

Angekündigt als noch junges Projekt eines alten PINK FLOYD-Mitglieds, noch dazu mit der von vornherein angekündigten Ausrichtung auf das Œuvre der jungen PINK FLOYD, war klar, dass es hier nicht DARC SIDE OF THE MOON, WISH YOU WERE HERE oder THE WALL zu hören gäbe – was mich aber gerade umso mehr reizte! In Anbetracht des Alters des Initiators, der offenbar erst letztes Jahr seine Band zusammenstellte, und des Rezipienten (der sich bei dieser Art von Musik auch über ein SITZ-Konzert freut), ging die Form der Präsentation schon mal auf: Auch der Innenraum des TEMPODROMs war bestuhlt.

Interessant gestartet mit Klassikern wie INTERSTELLAR OVERDRIVE oder ASTRONOMY DOMINE ergaben sich dennoch ernüchternde Momente, wenn die (vermutlich chronologisch-orientierte) authentische Wiedergabe von Songs aus damaliger Zeit erkennen ließ, dass die frühen FLOYD seinerzeit offenbar (auch) auf der Suche danach waren, wo ihr Platz neben / zwischen den BEATLES und den STONES sein könnte. Einige der (zum Glück) kürzeren Songs im Set des Abends waren daher für mich verzichtbar und bedienten definitiv nicht meine FLOYD-Erwartung. Sie waren allenfalls die Präsentation damaliger Sinnsuche über psychedelisch-antike Plasma-Blasen… Insgesamt aber war es ein gut funktionierender Abend mit sauberem Sound und einer gelungenen Rückorientierung auf die 1960/70er Jahre.--Arno P (Diskussion) 12:11, 11. Nov. 2018 (CET)

Tempodrom

Ergebnis: Es gibt 5 Seiten mit Erinnerungen von Arno P.


Erinnerungen an Orte

Ort Erinnerungen Konzert
Musik & Frieden

Von außen ein Plattenbau, drinnen eher Klubatmosphäre in einem eigenartig verwinkelten Haus, das mindestens zwei Konzert-Locations beinhaltet und Auftritte im SCHWARZEM oder BLAUEN Zimmer präsentiert sowie Platz für eine Baumhaus-Bar hat. Vom schwarzen Zimmer ist es ein umständlicher Weg zur Garderobe und dass es offensichtlich einen 2. Ausgang gibt, erschließt sich auch nicht direkt.--Arno P [16:37, 11. Nov. 2018 (CET)]

Verti Music Hall

Erste Erfahrung (Oktober 2018)

Es war niemand geringerer als JACK WHITE, dem es vorbehalten war, die neue Spielstätte zu eröffnen (wenn man die Vorgruppe GEWALT mal "vergisst"). Das Ambiente auf dem Vorplatz mit unheimlich viel Neon-Licht in großflächigem Reklame-Flackern und die unmittelbare Nachbarschaft zur Mehrzweckhalle, die sich zunächst nach einem Telefonanbieter, aktuell nach einem Autohersteller benennen liess, war schon beeindruckend - auch wenn manches davon vielleicht dem unmittelbar bevorstehenden Eröffnungsrummel und dem am gleichen Abend angesetzten Sportevent in eben genannter Halle zuzuschreiben war. Erste Ernüchterung folgte aufgrund der Schlangen beim Einlass. Drinnen strahlt der Bau ziemlich viel nackten Beton-Charme aus. Unten gibt es massig Stehplätze, in der Mitte einen Rang, der mit seiner lockeren Bestuhlung wohl sowas wie einen Möchtegern-VIP-Charakter ausstrahlen möchte und ganz oben noch eine Sitzplatztribüne. Der Grundschnitt ist eher quadratisch als rechteckig, das "Design" deutlich eher Klub als Theater / Konzertsaal. Viel Beton, viel schwarze Wandfarbe. Überraschend gut war der Sound für die Sitzplätze oben (und wenn man den Medienberichten glauben darf, offenbar auch unten). Druckvoll laut, aber nicht übersteuert oder schrill.

Macht Lust auf mehr... mal sehen, ob man es sich leisten kann. --Arno P (Diskussion) 12:13, 11. Nov. 2018 (CET)

Zweites Erlebnis (Dezember 2018)

Für John Cale und Orchester wurde diesmal das Parkett bestuhlt; in den hinteren Parkettreihen auch die Sitzhöhe durch Podeste angehoben. Ich selbst hatte das Glück, durch Plätze in der 2. Reihe, aber am Übergang von Parkett Mitte zu Parkett links, de facto in der 1. Reihe zu sitzen, ohne Beengung der Beinfreiheit. Dennoch ergaben sich Einschränkungen im Blickfeld: Der Dirigent für das (vermutlich) 7-köpfige Streich-Orchester versperrte mir total die Sicht auf den Star des Abends, wenn dieser seinen Platz vom E-Piano zur Gitarre (bzw. dem zugehörigen Gesangsmikro wechselte), die (vermutlich 4) Bläser konnte ich vor lauter Notenständern und anderem Equipment nicht deutlich ausmachen, und dass ich im Begleitorchester einen ehemaligen Schulfreund wieder erkennen konnte, war dem Zufall geschuldet, dass mein seitlicher Sitzplatz in Kombination mit einigen Bühnen-Lautsprechern eine kleine Sichtlücke übrig ließ. Ansonsten: Der obere Rang war gesperrt und verhängt (das kenne ich auch von der namenswechselnden Mehrzweckhalle nebenan, z.B. bei Neil Young vor Jahren), wodurch einerseits vermieden wird, erkennen zu lassen, dass das Konzert offenbar nicht ausverkauft war, andererseits ein eigentümlicher optischer Eindruck bezüglich des Verhältnisses von Deckenhöhe und genutztem Raumvolumen entstand (wenn man sich denn mal so weit umdrehte).

Ach so, letztens schloss ich ja mit der mehr oder weniger provokanten Frage, ob man sich Konzerte in der Verti Music Hall leisten kann: Für den guten Sitzplatz weit vorne bezahlte ich 66 Euro. Laut Radiowerbung sollen die Preise bei 44 – 66 Euro gelegen haben. Und für 44 Euro habe ich schon (Steh-)Konzerte in fragwürdigerem Ambiente erlebt. --Arno P (Diskussion) 13:41, 9. Dez. 2018 (CET)

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