Lippmann+Rau

Aus Rockinberlin
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1964 wurde in Frankfurt am Main die Firma Lippmann+Rau GmbH & Co. KG gegründet, um die 50% Teilhaberschaft von Fritz Rau im Firmennamen darzustellen. Vorgänger war das Konzertbüro Horst Lippmann, gegründet von einem Frankfurter Jazzmusiker, der schon 1951 das Deutsche Jazz Festival ins Leben gerufen hatte. Fritz Rau hatte seit 1956 als Tourneebegleiter für die Deutsche Jazz Föderation mit dem Konzertbüro Horst Lippmann gearbeitet. Die Firma profitierte auch von der Beziehung zu dem amerikanischen Promoter Norman Granz, für den Horst Lippmann seit 1960 Europatourneen von namhaften Künslern organisierte. Dabei waren Ella Fitzgerald, Nat King Cole, Marlene Dietrich und das American Folk Blues Festival. Granz verzichtete auf einen eigenen Tourneeleiter und übertrug diese Aufgabe Fritz Rau. Norman Granz hatte ihm durch ein privates Darlehen von 10.000 D-Mark den erfolgreichen Abschluss seines Jurastudiums ermöglicht.
Eine Neuerung der Firma betraf die Gestaltung der Plakatwerbung. Schon in den 50er Jahren hatte Horst Lippmann den Grafiker Günther Kieser kennengelernt und mit ihm beim Deutschen Jazzfestival zusammengearbeitet. Statt der üblichen Schriftplakate wurde von Kieser eine künstlerische Umsetzung des Themas oder des Künstlers angestrebt. Beste Beispiele sind das Jimi Hendrix Poster von 1969 oder die Plakate für das American Folk Blues Festival.
Durch seinen guten Kontakt zu Bill Graham, dem Manager von Santana war die Band regelmäßig in Deutschland auf Tour. Er ermöglichte Fritz Rau Zugang zu seinen Open-Air-Konzerten. Damit schuf Graham die Grundlage für ein erstes Open-Air-Konzert 1976 in Stuttgart mit den Rolling Stones. Vorher hatte sich Rau oft polemisch gegen Open-Air-Veranstaltungen geäußert.
Ein weiterer wichtiger Partner wurde Jerry Weintraub, der ab 1978 Bob Dylans Manager war. Als Ergebnis gab es im gleichen Jahr eine Europatournee. Höhepunkt war das Konzert am 1. Juli 1978 auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg.

Horst Lippmann hatte sich seit 1969 mehr und mehr aus der Firma zurückgezogen und Fritz Rau war seit 1974 alleiniger Geschäftsführer. Als es also 1989 zur Fusion mit MaMa Concerts kam, hatte Lippmann keine Einwände. Die Partnerschaft mit Marcel Avram der mittlerweile MaMa leitete, geriet in Gefahr, als er 1997 zu 42 Monaten Gefängnis wegen Steuerhinterziehung verurteilt wurde. MaMa Concerts & Rau wurde liquidiert.

Literatur

Weblinks

Berlin

Schon 1968 macht Fritz Rau Bekanntschaft mit dem Berliner Publikum. Als Tourneebegleiter für die Mothers of Invention erlebt er am 16. Oktober 1968 ein chaotisches Konzert. Das Foto zeigt ihn bei dem vergeblichen Versuch die Bühne zu räumen.
Quelle unbekannt

Als Peter Schwenkow und Jochen Zanke 1978 ihre Agentur concert concept gründen, überträgt ihnen Fritz Rau die exklusiven Rechte für die örtliche Durchführung der Konzerte von Lippmann+Rau. Im gleichen Jahr gerät der Auftritt von Bob Dylan in der Deutschlandhalle zum Skandal. Pem schildert das Konzert wie folgt: Zu den legendären Erlebnissen gehört auch das Konzert von Bob Dylan, der sich im Juni 1978 erstmals live in Deutschland präsentierte und eines der größten Buh-Konzerte entfachte, das die Deutschlandhalle je hörte. Damals gab es pure Entrüstung über einen Dylan, der es sich herausnahm, den Erwartungen eines engagierten Publikums in keiner Weise gerecht zu werden. Da kam nicht der Protestsänger, der gegen alle Ungerechtigkeiten der Welt ansang. Sondern ein Entertainer, der mit einer quietschbunten Revue mitsamt Band und Chorsängerinnen seine Songs in poppige Blues- und Reggaeversionen kleidete. Auf einer aufwendigen Rundbühne inmitten der Halle. Es war großartig. Wie großartig diese Tourneeshow war, konnte man später auf dem Doppelalbum Live at Budokan hören.

Konzerte von "Lippmann+Rau" in Berlin

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