17. Oktober 2019 Magma: Unterschied zwischen den Versionen

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Puuhh,
 
Puuhh,

Aktuelle Version vom 30. Juni 2020, 23:32 Uhr

50-Jahre-Jubiläums-Tour
Ort Kesselhaus
Uhrzeit 20 Uhr
Eintrittspreis 32 €uro im VVK (+ Geb.)
Bands/Künstler
Magma
Setlist
Magma
Quelle: Kesselhaus in der Kulturbrauerei


Erinnerung

Puuhh, wo soll man da anfangen, ein solch außergewöhnliches Erlebnis zu beschreiben? Aufmerksam geworden bin ich auf die Band durch die Konzert-Ankündigung in der ZITTY.

Magma, gegründet 1969 in Frankreich, entschied bereits mit ihrem Debütalbum, ein eigenes Genre zu sein. Zumindest legten die Franzosen die Basis für eine ganz eigene Musiksprache, als sie das Kobaïanisch erfanden, auf dem alle Texte verfasst sind. … Dahinter verbarg sich tatsächlich ein musikalisch völlig anderer Ansatz, als ihn die Prog-Kollegen wählten: Statt ausufernder Soli geben hier kurze, immer wiederholte Melodie-Muster und Chorgesang die Richtung vor, mal in Richtung Weltuntergang, mal in die Erlösung – Komponisten wie Carl Orff oder Igor Strawinsky gelten als Vorbilder, auch Jazzer wie John Coltrane.

Und wie wars nun wirklich?

Rahmenbedingungen:

Das Konzert war (vermutlich) nicht ausverkauft, das Kesselhaus aber gut gefüllt. Dennoch blieb in der hinteren Hälfte Platz genug, um ohne Körperkontakt zum Nachbarn dem Konzert zu folgen. MAGMA waren fast pünktlich: 20:10 Uhr kamen sie auf die Bühne und legten los. Keine Vorband, keine Begrüßung, SOUND pur. Letzterer war nicht überragend. Ein wenig scheppernd, vielleicht rotzig; zum Ende hin lauter werdend.

Die Band

Auf die Bühne kamen 7 Leute. Einerseits die klassische Rockbesetzung (Schlagzeug/Gesang, E-Bass, E-Gitarre, Keyboard) – ergänzt durch 2 weitere Sänger*innen (je 1 w+m) und einen Vibraphon-Spieler.

Der Ablauf

Der konzertante Hauptteil erstreckte sich über gut 1,5 Stunden (genauer 95 Minuten ;-)) Wenn es denn mehrere Stücke waren, gingen sie alle ineinander über. Entsprechend eigenwillig liest sich auch die Setlist. Die erste echte „Pause“ war erst nach 45 Minuten!! Zwar gab es zwischendurch Szenenapplaus, aber die Band spielte immer weiter. In dieser ersten Pause erfolgten dann auch Begrüßung und Ansage, dass eine weitere Sängerin aus Gesundheitsgründen fehlte. Nach den 95 Minuten ließ sich die Band nicht lange bitten und ergänzte ihren Auftritt mit einer 15 Minuten-Zugabe (was einem Titel entsprach).

Das Erlebnis

Eingestimmt durch den Hinweis auf die von der Band eigens entwickelte Kunst-Sprache, gab es natürlich Neugier bezüglich der entsprechenden Umsetzung. Und was da stimmlich rüber kam, war sehr vielfältig. Beginnend mit einer Art Sprechgesang des Schlagzeugers, der durchaus erahnen ließ, dass hier auch eine textliche Botschaft vorgetragen würde. Dann übernahmen die w/m-Stimmen, die im Laufe des Abends dominierten. Dabei boten sie vielfältige Variationen: einerseits begleitend / wiederholend, andererseits ergänzenden „Text“ vortragend. Stilistisch mal einzeln, mal gemeinsam, mal mehrstimmig im Satzgesang, manchmal wie ein Choral. Keinesfalls im Sinne von Schubidu. Mittendrin kam mir die Assoziation, dass ein Austausch der Vokal-Spuren durch Blech-Bläser vermutlich jeden an Free Jazz-Elemente denken lassen würde. Da war schon auffallend, dass erst in der Zugabe eine textliche Reduzierung auf He-Ho erfolgte - aber wiederum weit jenseits dessen, was anderswo als Aufforderung an das Publikum zählt, mitzugröhlen!

Die Sprache

Mich erinnerte es überwiegend an Latein oder Spanisch/Portugiesisch, anderseits kam es mir manchmal auch irgendwie osteuropäisch vor. Letzteres aber eher im Sinne von Klangmelodie und Vortrag, nicht von den Vokabeln her. Mein Begleiter assoziierte als erste Wahrnehmung Holländisch.

Reminiszenzen

Der total kurzweilige Auftritt war sehr abwechslungsreich. Und der Beobachter sucht natürlich immer Vergleiche. Mir kamen auf der einen Seite das Mahavishnu-Orchestra, Frank Zappa und King Crimson in den Sinn; auf der anderen Seite Mikis Theodorakis, Paul Dessau und auch Al Jarreau. Erst im letzten Drittel kamen längere Passagen zu Gehör, die an 1970er Jahre DOORS-geprägten Blues-Rock erinnerten.

Das Publikum

Viele schienen Fans zu sein, keine Laufkundschaft; etliche trugen die (nicht mehr ganz ;-)) passenden T-Shirts mit dem Band-LOGO. Es war viel Begeisterung zu erkennen, schien z.T. eine eingespielte Community zu sein. Auf jeden Fall erkannten sie bestimmte Passagen als neu angefangene Titel, wo ich noch rätselte, ob das alles ein symphonie-artiges langes Stück sei…

Fazit

Dank der mehr oder weniger zufällig entdeckten Option, über ZITTY auf die Gästeliste zu kommen, kamen mein Begleiter und ich für umsonst in den Genuss eines höchst interessanten und abwechslungsreichen Konzerterlebnisses, das wir beide so nicht erwartet hatten – und wo wir beide froh waren, dabei gewesen zu sein.--Arno P 20:07, 18. Okt. 2019 (CEST)

Weblinks