9. November 2019 Calexico and Iron & Wine

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9. November 2019
Calexico and Iron & Wine
Ort Tempodrom
Uhrzeit 20.00 Uhr
Eintrittspreis 37,55 EUR
Veranstalter Konzertbüro Schoneberg
Bands/Künstler
Calexico und
Iron & Wine
Setlist
Calexico & Iron & Wine

Berichte

Bericht von Hans Ackermann auf rbb24 vom 10. November 2019

Der Wilde Westen sorgt für guten Stoff

Zwei Bands aus dem Südwesten der USA sind am Samstag im Tempodrom zusammen aufgetreten: Iron & Wine und Calexico. Konzertkritiker Hans Ackermann beschleicht ein Gefühl vom Wilden Westen, gespeist aus Country, Folk und Jazzrock.

Gemütlich wie ein Abend am Lagerfeuer - so ist die geräumige Bühne im Tempodrom ausgeleuchtet. Im Hintergrund sitzt Calexico-Mitgründer John Convertino an seinem Schlagzeug, vorn steht neben Joey Burns heute Abend noch ein weiterer Sänger: Sam Beam. Der eine trägt Hut, der andere einen sehr langen Bart und keine Socken - so ist das, wenn Calexico auf Iron & Wine trifft.

Sam Beams Stimme ist so schön

Genau an der Grenze zwischen Kalifornien und Mexiko liegt die Stadt Calexico, nach der sich die Band Mitte der 1990er Jahre benannt hat. Dieser Name ist Programm - seit mehr als 20 Jahren lassen Calexico die Musikkulturen des Kontinents fließend ineinander übergehen. Und wenn bei dieser Tournee jetzt Sam Beam, eigentlich ein Singer-Songwriter, sein "Father Mountain" singt, ist dieser Übergang ganz besonders weich.

So schön klingt Sam Beams Stimme, man möchte ihm den ganzen Abend zuhören. Der Sänger und Gitarrist lebt in Austin, Texas, die Musiker von Calexico kommen aus Tucson, Arizona. Beide Staaten grenzen im Süden an Mexiko. 18 Stunden würde die Fahrt mit dem Greyhound Bus von Tucson nach Austin dauern, über El Paso und vorbei an Abilene - Wilder Westen, der den beiden Bands seit vielen Jahren Stoff für viele starke Songs liefert. Lieder wie "Bitter Suite", in denen es auch um Schicksale an der mexikanischen Grenze geht.

Niemand hört so zu, wie Berlin

Sam Beam, der an diesem Abend mit vier verschiedenen akustischen Gitarren auftritt, hat parallel zur Musik auch Filmwissenschaften studiert. Wenn man im Konzert, in einer der schönsten "Hallen" der Stadt, also Bilder von weitem Land oder "blauen Bergen" vor dem geistigen Auge sieht, ist das kein Zufall, sondern naheliegend.

"Years to Burn" heißt das neue, gemeinsame Album der beiden Bands, mit Songs, die nicht von Liebe und Eifersucht handeln, sondern auf Lebenserfahrung bauen. Musikalisch verlassen die Musiker das ohnehin locker geschnürte Country-Korsett auch gern mal in Richtung Jazz oder Rock - um am Ende aber immer wieder zum Lied zurückzukehren.

Wenn dann Joey Burns und Sam Beam im Duett Titel wie „Midnight Sun“ singen - man wünscht sich, dass die beiden Sänger auch über diesen Abend hinaus zusammenarbeiten. Dass sie wiederkommen ist ganz sicher, denn "nirgendwo auf der Welt", erzählt Sam Beam noch, würde das Publikum so aufmerksam zuhören wie hier in Berlin.

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