Thomas Hildebrand

Aus Rockinberlin
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Thomas Hildebrand (* 1952, † 2021 in Berlin), auch "Trommeltom" genannt, war vor seiner wertvollen Mitwirkung bei "Rock in Berlin" Musiker und Schlagzeuger in zahlreichen Berliner Bands:


Foto & Montage: Kitty Eißmann & Jürgen Pittack


Nachruf

Kitty Eißmann, die Tom seit Jahrzehnten kannte, stellte uns dankenswerter Weise folgenden Nachruf zur Verfügung:

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und leider hat uns schon wieder ein alter Freund und Kollege verlassen. TOM HILDEBRAND, vielen Musiker-Kollegen aus alter Zeit noch in guter Erinnerung, hat Ende November seinen Abschied von dieser Welt genommen. Er hatte seit einiger Zeit mit Krankheit zu kämpfen und leider verloren. Tom, der ein hervorragender Schlagzeuger war, hatte das Glück in den goldenen Zeiten der 70er Jahre Musik machen zu können. Er spielte in diversen Berliner Bands, die bekanntesten davon waren Mythos sowie Metropolis, an deren LP sogar ein Ensemble der Münchener Philharmoniker mitwirkte. Weitere Einzelheiten zu seinen Bands bzw. Musikprojekten siehe oben. Die letzte Hälfte der 70er bis in die 80er arbeitete er zudem im legendären Berliner Kant-Kino, wo er viele weltberühmte Bands in ihren Anfangszeiten genießen durfte. Des Weiteren war er auch bei der Berliner Konzertagentur Albatros tätig, die von Mickie Duwe gegründet und später von Reinhard „Conny" Konzack bis 1983 weitergeführt wurde.

Den wohl skurrilsten Auftritt hatte er mit der Formation Johnny Soap & The Bathroom, die nur einen einzigen Mini-Auftritt hatte. Anlässlich des Geburtstags von JANGO EDWARDS, der gerade im Kant-Kino gastierte, präsentierte diese illustre Truppe dem Jubilar einen special Song. Das Kant-Kino tobte vor Vergnügen und wollte sie nicht mehr von der Bühne lassen.

Im Anschluss an die Agentur-Zeiten arbeitete Tom viele Jahre und mit sehr viel Freude für den Jugendfilm-Verleih von Jürgen Wohlrabe, der den Verleih von seinem Großvater übernommen und zu einem kommerziell erfolgreichen Unternehmen entwickelt hatte.

2010 gründete sein alter Freund Bernd Radowicz das Rock-Wiki „Rock in Berlin“ und Tom war vom ersten Tag bis zuletzt mit viel Eifer und Fleiß als Administrator dabei. Sein vielfältiges Wissen über die Berliner Rock-Szene konnte so in dieses Portal einfließen.[1]

Wir kennen Tom als bescheidenen und zurückhaltenden Menschen, der nie viel Aufhebens um seine Person machte. Wir wünschen ihm Ruhe und Frieden im Rocker-Himmel. Sobald es Informationen zur Beerdigung gibt, werde ich sie mitteilen.

Mit traurigen Grüßen

Kitty Ch. Eißmann

Anmerkung

  1. Zum Umfang seiner Internetaktivitäten siehe unten bei den Kondolenzbeiträgen.

Kondolenzen

Kreuz und Zweig.jpg


Nichts ist mehr ohne dich so wie es war, doch du lebst weiter in unseren Herzen und Erinnerungen. --Detlef Lu (Diskussion) 17:14, 6. Dez. 2021 (CET)


Tom hat in der Projektgeschichte von RockinBerlin vermutlich fast 8.000 Einträge / Ergänzungen verfasst; beginnend mit seinem Beitrag zur Diskothek Cheetah. Seine letzte abgespeicherte Internet-Aktion war eine LINK-Korrektur am 5. November 2021 zur Seite vom 1971er Auftritt von New Violin Summit. Seine auf der Webseite hinterlassenen Erinnerungen an eigene besuchte Konzerte, Bands oder Orte reichen bis 1970 zurück. Nachdem er in den letzten Monaten nicht mehr regelmäßig zu unseren Stammtischrunden kommen konnte, sah er selbstironisch seine Rolle als Dienstältester der Runde darin, für gepfefferte Kommentare à la Waldorf & Stadler zu sorgen. Dies spielte sich meist in der Reaktion auf die Protokolle unserer Treffen oder durch individuelle Mails wegen aktueller Änderungen auf unserer Webseite ab.

In seiner zurückhaltenden Art hat Tom darauf verzichtet, seine Benutzerseite bei RockinBerlin zu „füttern“. Dennoch hat er (neben seinen zahlreichen Beiträgen und o.g. Erinnerungen) weitere Spuren gelegt, auf die wir hier gern verweisen wollen. So hat er eine Playlist mit seinen Lieblingsintros und -Filmmusiken angelegt (die hier mit den entsprechenden Youtube-LINKs ergänzt wurden - ein passender Soundtrack zum erinnernden Gedenken):

Seine drei Lieblings-Intros:
CANNED HEAT: Refried Boogie (live),
DUSTY SPRINGFIELD: You don't have to say you love me,
VAN DER GRAAF GENERATOR: Pioneers over C.

Seine Lieblings-Filmmusiken:
ENNIO MORRICONE: Nuovo Cinema Paradiso,
MAURICE JARRE: Lawrence of Arabia,
MARK KNOPFLER: Local Hero .

Arno P



Tom fehlt mir, ich denke oft an ihn.

Erst beim ersten Treffen mit ihm und Bernd, im Dezember 2012 in der „Linde“, erkannte ich, dass sich bereits 41 Jahre zuvor „unsere Wege gekreuzt hatten“: Beim All-Music-Festival 1971 in der Waldbühne saß ich im Publikum, Tom jedoch spielte auf der Bühne Schlagzeug beim Auftritt von Mythos. Ähnlich "nahe" waren wir uns noch öfter, z. B. bei Konzerten im Kant-Kino.

Bei den Rock-in-Berlin-Treffen in der „Linde“, dem „Langen Wirt“ oder zuletzt dem „ZAP“ mochte ich seine bescheidene und humorvolle, manchmal aber auch leidenschaftliche Art. Seine Anekdoten und kenntnisreichen Details, die er präzise und verschmitzt präsentierte, sorgten stets für Erheiterung, Erstaunen oder Einsicht in die Geschichte. Dauerten ihm die Treffen zu lang, kündigte er sein Gehen einfach mit dem Bestellen einer Flasche Beck’s an.

Das alles werde ich - leicht lächelnd - im Gedächtnis behalten.

Manfred Weiss


Weiterer Platz für letzte Grüße & Erinnerungen: